Kunsttherapie hilft Flüchtlingen
Bild: Rath
Mit verschiedenen Farben lernen (v. l.) im Atelier von Petra Schürmann Ali und Fadila Ismail und Hassan Youssef, das in ihren Heimatländern erfahrene Leid zu verarbeiten.
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Seit vergangener Woche bietet Schürmann jeden Dienstagmorgen in ihrer Kunstwerkstatt (Brede 7) Kunsttherapie speziell für Flüchtlinge an.  Nicht nur zum Malen, sondern auch zum Austausch von Erlebnissen und Erfahrungen kommen die Familien in das Atelier. Unsicherheiten gab es trotz unterschiedlicher Sprachen nicht, berichten Schürmann und Theresa Cosmann, die das Projekt ebenfalls ehrenamtlich unterstützt. Die Kosten für das Material hat das Integrationszentrum in Ahlen übernommen.

Zwei kurdische Familien aus Syrien hatten  am Dienstag sichtlich Spaß an dem Kunstprojekt. Aber nicht nur in der Kunstwerkstatt, sondern auch in seiner Freizeit hat Hassan Youssef großes Interesse an kreativen Beschäftigungen: Er malt und musiziert und hat sogar ein Buch mit dem Titel „Gefühle, Gedichte“ geschrieben. So wolle er „Gedanken und Gefühle ausdrücken“, sagt der Familienvater.

In dem Projekt der Kunsttherapeutin sind Bilder entstanden, in denen die Menschen das Leid in ihrer Heimat und die lange Reise nach Deutschland zeigen. Aber auch den Wunsch nach Harmonie und Frieden konnten sie mithilfe der bunten Farben auf dem Papier ausdrücken. Dabei war es vielen wichtig, ihre Dankbarkeit gegenüber Deutschland deutlich zu machen, indem sie Begriffe wie „Freundschaft“ zwischen die Länderflaggen schrieben.

„Ich würde die hier entstandenen Bilder gerne ausstellen“, sagte Schürmann fasziniert. „Ich merke immer wieder, dass Malen etwas Heilendes für die Menschen ist.„

Lesen Sie dazu auch ein Interview mit der Kunsttherapeutin in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ vom 8. Juli.

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