LWL baut Tagesklinik für Jugendliche
Bild: Edelkötter
Vertreter von Stadt und LWL haben die Baustelle für die Tagesklinik in Warendorf besichtigt.
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„Ziel ist es, die psychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in die Fläche zu tragen“, erläuterte Dr. Meinolf Noeker, LWL-Landesrat für Krankenhäuser und Gesundheitswesen. Bei einer Behandlung im Tagesklinikbereich könne im Vergleich zur stationären Unterbringung der Kinder und Jugendlichen eine Trennung von der Familie vermieden werden, betonte Dr. Noeker die Vorzüge der künftigen Einrichtung in Warendorf. Eltern und Familie der Patienten würden intensiv in die Behandlung mit eingebunden.

Insgesamt zwölf Plätze werden im Tagesklinikbereich in Warendorf entstehen, in dem sich unter anderem ein Arzt, ein Psychologe, ein Therapeut sowie vier Fachangestellte für Pflege- und Erziehungsarbeit um die Kinder und Jugendlichen kümmern werden. Sechs der zwölf Therapieplätze sind Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren vorbehalten, die übrigen Jugendlichen bis zu 18 Jahren. Außerdem wird in dem Gebäude an der Rosenstraße eine Ambulanz eingerichtet, in der ein weiterer Arzt, ein Psychologe und ein Heilpädagoge tätig sein werden.

Besonders erfreut zeigt sich Dr. Noeker über die Wahl des Standorts für die Tagesklinik, die innerhalb eines Kalenderjahres voraussichtlich von 60 bis 70 jungen Patienten besucht werden dürfte. Die Nähe zu Schulen und Kindergärten signalisiere den betroffenen Kindern und Jugendlichen ein Stück weit Normalität anstelle von Ausgrenzung. Die Einrichtung habe eher den Charakter eines Jugendzentrums, weniger den eines Krankenhauses.

Dr. Noeker lobte zudem die Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen, dem Landschaftsverband, der Stadt und dem Kreis Warendorf, dem Mutterhaus in Hamm sowie dem Land NRW, das die Klinik in den Krankenhausbedarfsplan mit aufgenommen habe. Dennoch: Auch nach Fertigstellung der Tagesklinik in Warendorf werde es im Bereich der Behandlung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen noch eine „brachiale Unterversorgung“ geben, prognostiziert Dr. Meinolf Noeker.

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