Landgestüt: Brand setzt Asbest frei
Tenbrock
Nach dem Brand in der Lagerhalle des NRW-Landgestüts wurden Stroh, Heu und andere Brandrückstände auf einem Acker in Gröblingen gelagert. Dort wird das Gemisch nun von einer Spezialfirma entsorgt und in sogenannte Bigbags verpackt.
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Nicht klar war zu diesem Zeitpunkt, dass noch eine weitere Gefahr in der Lagerhalle lauerte: Wellfaserzementplatten mit Asbest.

Bei den hohen Temperaturen platzten diese Platten auf, das feinporige Asbest gelangte in die Luft. Die Partikel fielen nicht nur auf dem Gelände des Gestüts, sondern auch in der Nachbarschaft wieder herunter. Asbest? Das Wort macht hellhörig. Der Stoff gilt als hochgradig krebserregend.

Keine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung

Reinhard Winkelkötter, stellvertretender Leiter des Kreis-Umweltamtes, beruhigt dennoch: „Asbest wurde früher verbaut, weil es feuerfest ist.“ Durch den Brand sei es daher zu keiner Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung

gekommen. „Asbest wird immer dann gefährlich, wenn es staubt“, bringt es Winkelkötter auf den Punkt. Beim Bohren oder beim Flexen. „Dann können die feinen Fasern eingeatmet werden und sich in der Lunge festsetzen“, beschreibt er. Doch auch, wenn es nicht staubt, ist bei asbestdurchsetzten Materialien eine sachgerechte Entsorgung zwingend erforderlich.

Sachgerechte Entsorgung bereitet Probleme

Nach dem Brand auf dem Landgestüt wurden fast 5000 Kubikmeter Stroh, Heu und Brandrückstände auf einen Acker in Gröblingen gebracht. Dort liegen sie zum Teil immer noch. Eine Gefahr? Dazu heißt es in einer Stellungnahme des Bau- und Liegenschaftsberiebs NRW, Eigentümerin des Landgestüts-Geländes: „Aufrund der vorliegenden Analytik der Brandrückstände kann eine Gefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen werden.“ Probleme bereitet vielmehr die sachgerechte Entsorgung. „Da es sich bei den Brandrückständen um ein Gemisch aus organischen und asbestbelasteten Materialen handelt, können sie nicht zur Deponie nach Ennigerloh gebracht werden“, schildert Winkelkötter.

Gemisch nun auf Kölner Deponie

Nach langer Recherche habe man eine Deponie in Köln gefunden, die das Gemisch abnehmen würde – jedoch verpackt in sogenannte Bigbags. Ein riesiger Aufwand, also suche man nach einer weiteren Deponie, die auch Container annehmen würde. Die Asbestpartikel, die nach dem Brand in die angrenzenden Gärten des Landgestüts niedergingen, sind demgegenüber schon vollständig entfernt worden. „Das hat eine Spezialfirma übernommen“, erläuterte Winkelkötter.

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