Licht-Design  für Warendorfs gute Stube?
Bild: Poschmann
Zahlreiche Bürger waren auf den Marktplatz gekommen, um sich die illuminierte Kulisse anzuschauen. Michael Kantrowitsch hatte jedes Haus individuell angestrahlt.
Bild: Poschmann

Ein langgezogenes „Aahhh“ geht durch die Menge, als am Schaltpult das Programm eingestellt wird, das fast die komplette Marktplatz-Kulisse zwischen Emsstraße und Marktsträßchen, zwischen Laurentiuskirche und „Im Ort“ mit mehr als 120 Scheinwerfern beleuchtet. So könnte es sein, vielleicht 2018, wenn die dann neugepflasterte und möblierte „gute Stube“ auch noch architektonisches Licht-Design erhellt.

Doch erstmal ist das nur ein Traum, ein so emotionales wie vorerst einmaliges Erlebnis. Denn was der gebürtige Warendorfer Michael Kantrowitsch (31) und die Mitarbeiter seiner Firma „Arsluminis“ am Donnerstagabend vorführen, ist nur ein Appetithäppchen für das, was der Markt der Möglichkeiten des Lichtdesigns bietet. Auf Initiative des Fördervereins „Warendorf plus“, der den Probelauf auch finanziell absichert, wird Politikern und Bürgern gezeigt, wie die architektonischen Besonderheiten der prächtigen Bürgerhauskulisse durch gezielte Beleuchtung herausgearbeitet werden können. Boden- und Fassadenstrahler sowie Spots, die Details der Giebel hervorheben, hat Kantrowitsch in Licht-„Farbe“ (alles in Weiß, mal hart-, mal kalt-, mal warm-weiß) und Helligkeit perfekt auf die individuellen gestalterischen Merkmale abgestimmt.

Zunächst wird jedes Haus einzeln angestrahlt, und der Lichtdesigner erläutert die Beweggründe für die gewählte Beleuchtungsart. Und dann kommt der „Aahhh“-Effekt, als alle Scheinwerfer gleichzeitig angeschaltet werden. Dass über die Grundeinstellung hinaus verschiedene Spielarten für eine anlassbezogene Beleuchtung – vom gedämpften Mariä-Himmelfahrts-Licht bis zur schreienden Spektakel-Beleuchtung in den Stadtfarben – möglich sind, wird eher nebenbei demonstriert.  Noch am Abend demontiert Arsluminis alle mobilen Probeleuchten.

Jetzt müssen die Ratsgremien entscheiden, ob die für 2017 geplante Marktplatzneupflasterung in einem zweiten Bauabschnitt ergänzt werden soll durch ein noch konkret auszuarbeitendes Beleuchtungskonzept. Allein das Verlegen der Leerrohre im Rahmen der Tiefbauarbeiten würde laut Baudirektor Peter Pesch wohl mehr als 30 000 Euro zusätzlich kosten. Er würde sich einen positives Signal dazu wünschen, um dann auch Fördermittel für die Illumination zu beantragen. Billig würde die Erleuchtung nicht. Allein jeder der 150 kalkulierten Strahler würde 1000 Euro kosten, Steuerung und Installation kämen noch obendrauf.

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