Lkw in Idomeni angekommen
In Polykastro, etwa eine Viertelstunde mit dem Auto von Idomeni entfernt, steht das Lager der freiwilligen Helfer.

Wie Lea Wilmsen, die Kontaktperson der „Aktion Kleiner Prinz“, berichtet, seien die Helfer begeistert von den Waren und dankten allen Spendern. Die „Aktion Kleiner Prinz“ hatte die Hilfslieferung innerhalb einer Woche auf die Beine gestellt, viele Warendorfer hatten Kleidung und Geld gespendet. Auch Säuglingsnahrung und medizinische Hilfsgüter, die von den Geldspenden gekauft wurden, waren Teil des Transports.

Der bulgarische Fahrer lenkte den Lkw laut „Aktion Kleiner Prinz“ über Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Mazedonien bis zur griechisch-mazedonischen Grenze. Serbien habe er lieber umfahren wollen. Das Angebot, Geld zum Schmieren eventueller Wegelagerer mitzunehmen, habe er kategorisch abgelehnt: Er könne mit den Leuten reden und habe damit gute Erfahrungen gemacht. „Der Erfolg gibt ihm recht“, schreibt die „Aktion Kleiner Prinz“.

Die Güter lagern in Polykastro, der nächstgrößeren Stadt in der Nähe von Idomeni, etwa eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt. Dort haben die freiwilligen Helfer, die sich vor Ort engagieren, ein Lager eingerichtet, das sie „Warenhaus“ nennen.

Im Lager in Idomeni fehlt es an allem, an Nahrung, Kleidung, Medizin. „Die griechische Regierung möchte die Flüchtlinge dazu überreden, das Lager zu verlassen und sich in besser befestigte Wohnverhältnisse zu begeben, die sie im Landesinneren genauso bereitstellt wie Busse, die die Menschen dorthin transportieren können“, schreibt die „Aktion Kleiner Prinz“. „Aber diese bleiben leer; die Flüchtlinge sind misstrauisch und wollen sich nicht von der Grenze wegbegeben, die sie glauben doch noch irgendwie überwinden zu können.“ Vor allem fürchteten viele, in die Türkei angeschoben zu werden, die sie nicht für ein sicheres Land hielten.

Die Hilfe aus Warendorf sei zwar „nur ein Tropfen auf den heißen Stein – aber ein wichtiges Signal an die Flüchtlinge, dass Europa sie nicht vergessen hat“.

 Auch weiterhin nehmen die Helfer der „Aktion Kleiner Prinz“ Sachspenden entgegen: dienstags von 10 bis 12 und donnerstags von 15 bis 17 Uhr in der Sammelstelle an der Beckumer Straße 36. Geldspenden, mit deren Hilfe vor Ort Notwendiges eingekauft werden kann, sind weiterhin willkommen.

SOCIAL BOOKMARKS