Manchmal fällt auch Abschied federleicht
Bild: Sulz
Selbstironisch und charmant präsentierte die Journalistin Christine Westermann in Warendorf ihr neues Buch „Manchmal ist es federleicht – von kleinen und großen Abschieden“.
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Sie hatte diese Sendung 20 Jahre lang gemeinsam mit Götz Alsmann im WDR-Fernsehen moderiert.

Doch von etwas loszulassen, muss nicht immer mit erdrückender Schwere einhergehen. „Manchmal ist es federleicht“, lautet daher der Titel ihres aktuellen Buchs, das die Journalistin nun im Hotel „Im Engel“ auf Einladung der Buchhandlung Ebbeke vorgestellt hat, und das von den „kleinen und großen Abschieden“ handelt. Da gibt es den Abschied vom Leben. „Einen wichtigen Menschen zu verlieren ist mit das Schlimmste, was einem passieren kann“, weiß Westermann. Mit 13 Jahren verlor sie ihren Vater; vor einigen Monaten eine gute Freundin. Erfahrungen, die sie unverblümt in ihrem Buch schildert.

„Wenn ich an die Personen denke, die ich verloren habe, sind sie mit einem Wimpernschlag da. Das ist schön, vielleicht sogar ein Trost“, erzählt sie wehmütig, doch fängt sich schnell, denn es soll ja kein Abend sein, der nur Schwermut vermittelt. Und Christine Westermann wäre nicht Christine Westermann, hätte sie ihren Hang zur Selbstironie zu Hause gelassen. „Ich habe mich längst davon verabschiedet, jemals im Leben ein ordentlicher Mensch zu werden“, attestiert sie sich gelassen. Auch die Hoffnung, Technik jemals zu verstehen oder Verpackungen unfallfrei öffnen zu können, hat sie aufgegeben. „Man muss irgendwann einsehen, wenn man verloren hat.“

iese und ähnliche Einsichten sind die kleinen Abschiede in ihrem Leben, die sie in ihrem jüngsten Werk herrlich unterhaltsam zu Papier gebracht hat. Ihr Buch sei kein Ratgeber, der zeigt, wie Abschied geht, betont sie. „Es sind bloß meine persönlichen Gedanken.“ Und dennoch haben die Zeilen, die sie an diesem Abend liest, das Potenzial, zu helfen. Denn Westermanns Buch ist nah an der Wirklichkeit ihrer Leser, ihrer Zuhörer – eben genauso wie sie selbst. „Auch wenn etwas aufhört, ist es manchmal noch nicht zu Ende“, beschließt die Autorin ihre Lesung. Und sie hat recht, auch im Falle ihres Besuchs. Wenn auch dieser ein Ende nahm – der Draht zwischen der Sympathieträgerin und ihrem Warendorfer Publikum wird nicht reißen. „Es ist kein Abschied für immer. Ich komme wieder“, versprach sie.

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