Mehrzweck- oder reine Sporthalle?
Begrüßten interessierte Bürger, insbesondere Vereinsvertreter, zu einer öffentlichen Fraktionssitzung in der Gaststätte Bürgerstuben in Freckenhorst: (v. l.) Frederik Büscher, Doris Kaiser, Ralph Perlewitz und Martin Richter.

Stattdessen wurde der Neubau einer Sport- beziehungsweise Mehrzweckhalle in den Mittelpunkt gerückt.

Rund 40 Teilnehmer – neben den Mitgliedern der CDU-Ratsfraktion waren Vertreter verschiedener Freckenhorster Vereine erschienen – wurden vom Fraktionsvorsitzenden Ralph Perlewitz und Ortsunionsvorsitzenden Martin Richter im Saal Jankovic begrüßt.

„Für einen Sporthallen-Neubau stehen in diesem Haushaltsjahr 200 000 Euro für Planungskosten zur Verfügung. Im kommenden Jahr soll dann gebaut werden“, stellte Perlewitz eingangs klar und erläuterte den Zweck der Zusammenkunft: „Was wird konkret gebraucht? Wir wollen eure Stimmen dazu hören, um die Ideen in den Rat tragen zu können.“

Martin Richter erinnerte an den Startschuss für das Ortsentwicklungskonzept (OEK) im Jahr 2010. Das Verfahren sei damals gut in Schwung gekommen, mit dem Weggang des ehemaligen städtischen Baudirektors Oliver Knaup aber versandet. Die Diskussion um das Lehrschwimmbad habe die Thematik überlagert. Jetzt gehe es darum, das OEK wieder in Gang zu bringen.

Andreas Uhkötter vom Orchesterverein meldete sogleich Bedarf für eine Mehrzweckhalle an, in der auch Konzerte für rund 400 Zuhörer stattfinden könnten. Da die Mieten für die Kreienbaumhalle und das Theater am Wall in Warendorf zu hoch seien, würde der Verein seine Konzerte in Everswinkel geben. Gerne aber würde man sich dem heimischen Publikum präsentieren.

Für die Sparte Sport ergriff Angelika Schmiele (TUS Freckenhorst) das Wort und machte deutlich, dass eine Zweifachhalle mit kleineren Nebenräumen sinnvoll sei. Im weiteren Verlauf der Diskussion wurden verschiedene Kriterien für einen Sporthallenbau deutlich: Als Standort wird die unmittelbare Nähe zur Everwordschule favorisiert; das Sportgelände am Feidiek wird aufgrund der Ortslage als ungeeignet betrachtet. Außerdem soll die kleine Grundschulsporthalle (Gymnastikhalle) erhalten bleiben. Schließlich soll die alte Sporthalle der ehemaligen Hauptschule erst dann abgerissen werden, werden der Hallenneubau Schule und Vereinen zur Verfügung steht.

Michael Krass, Schulpflegschaft der Everwordschule, wies darauf hin, dass auch auf den Sportplatz in Schulnähe nicht verzichtet werden könne. Er sei der einzige Platz im Ort mit Laufbahn und Sprunggrube. Würde er wegfallen, um dort beispielsweise die Sporthalle zu bauen, müssten die Schüler in Zukunft nicht nur für Schwimmunterricht, sondern auch für Leichtathletik und Sportabzeichen in einen Bus steigen.

Im Rahmen der CDU-Veranstaltung am Montag in den Bürgerstuben in Freckenhorst ist deutlich geworden, dass sich die örtlichen Vereine nach Räumlichkeiten für ihre Arbeit und Angebote sehnen. Dabei wurde auch in Erinnerung gerufen, dass die katholische Pfarrgemeinde St. Bonifatius ihr Pfarrheim für eine solche Nutzung offeriert hat. Mehrere Teilnehmer an der Diskussionsrunde stellten die Frage, warum die Nutzung des Pfarrheims durch die Vereine, beispielsweise als Übungsort für Musikgruppen und Chöre, nicht umgesetzt worden sei. Sie äußerten den Wunsch, im Rahmen der Debatte um die künftige Ortsentwicklung diese Option wieder ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Stefan Friehe vom Kirchenvorstand erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Tür für ein solches Vorhaben noch nicht zugeschlagen sei. „Aber die Stadt muckt sich einfach nicht.“ Nahezu ungehört verhallt ist am Montagabend eine Anregung von Martin Riemann (Wasserwacht). Vor dem Hintergrund des Lehrschwimmbadwegfalls und der nun fehlenden Möglichkeit für Schwimmtraining und -unterricht im Ort bracht er den Turnhallenbau mit angegliedertem neuen Schwimmbad ins Spiel.

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