Mercedes-Werk aus westfälischer Eiche
Bild: Studio Kaup
In akribischer Arbeit hat der Freckenhorster Wilhelm Meier das Modell des Mercedes-Benz Werks gebaut.
Bild: Studio Kaup

„Ich war schon ziemlich verblüfft, als Mercedes meinem kleinen Betrieb den Auftrag angeboten hat“, räumt der Diplom-Designer ein, der seit 1996 mit seiner Firma Planwerk Modelle für Architekten, Präsentationen oder Museen anfertigt. Und die zweite Überraschung kam gleich hinterher: „Bei Mercedes denkt man doch gleich an Chrom, Stahl und Plexiglas, doch die Verantwortlichen in Stuttgart wollten ein Modell aus westfälischer Eiche“, erzählt er mit einem Lächeln.

Für den erfahrenen Modellbauer war das Projekt eine echte Herausforderung. „Zum einen wegen der schieren Masse der Einzelteile, die gefertigt werden mussten, zum anderen wegen der Perfektion, die der Auftraggeber eingefordert hat“, sagt er und war froh, mit der Tischlerei Kreienbaum in Warendorf einen kompetenten Partner an der Seite zu haben. Dort wurden die vier großen Grundplatten für das Modell hergestellt und bearbeitet. So mussten die Straßen exakt nach Plan in einer Breite von nur einem Millimeter eingefräst werden. „Das auszurechnen und einzurichten hat viele Tage gedauert, und die Fräsmaschinen sind vier Nächte gelaufen, bis alles komplett war“, schildert Geschäftsführer Markus Hinnüber.

Wilhelm Meier sorgte derweil für den dreidimensionalen Bau des eigentlichen Werks. Stück für Stück setzte er Häuser und Hallen zusammen. „In der Größe lässt sich Eichenholz kaum maschinell bearbeiten, deshalb habe ich viel mit meiner kleinen Modellsäge gearbeitet und alles noch an der Schleifmaschine bearbeitet“, erläutert er. Vier Monate dauerte es, bis alles fertig war, wobei jeder Arbeitsschritt zuvor von Mercedes kontrolliert und abgenommen worden war.

Am Freitag wird das Modell nun in vier Teilen nach Sindelfingen gebracht und im Eingangsbereich des Kundenzentrums aufgebaut. Dann sieht Wilhelm Meier das, was er so akribisch gebaut hat, auch endlich einmal live. Und einen Wunsch hat er zum Abschluss: „Ich hoffe, dass die Besucher des Kundenzentrums sorgsam mit meinem Modell umgehen, damit es lange so gut aussieht wie jetzt“, sagt er.

Im Maßstab 1:1000 hat der Wilhelm Meier das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen nachgebaut. Die vier Grundplatten haben eine Größe von insgesamt 2,80 Meter mal 4,60 Meter und sind mit exakt ein Millimeter breiten, eingefrästen Straßen versehen. Für die Häuser in der Umgebung des eigentlichen Werkskomplexes hat er 3500 kleine Plättchen aus jeweils drei verklebten Lagen Eichenholz angefertigt und auf den Platten angebracht. Das eigentliche Werk besteht aus 100 detailgetreu nachgebildeten Gebäuden von der – in der Realität – 40 Meter hohen Halle über riesige Schornsteine bis zum Torhäuschen. Alle wurden auf der Platte befestigt, einige sind allerdings wieder abnehmbar – für künftige Veränderungen am Werk. Insgesamt hat Wilhelm Meier weit mehr als 10 000 einzelne Teile verbaut.

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