Miele will Werk Warendorf ausbauen
Bürgermeister Axel Linke (l.) freut sich über die Pläne der Firma Miele, das „Kompetenzzentrum Kunststoff“ im Werk Warendorf auszubauen. Unser Bild zeigt ihn Anfang des Jahres bei einer Betriebsbesichtigung mit Werkleiter Markus Hüskes.

Dort sollen neue Technologien und Fertigungsprozesse entwickelt werden, Werkstoffe optimiert, Marktanalyse und Trendscouting betrieben werden. Das sagte Miele-Pressesprecher Carsten Prudent am Donnerstag auf „Glocke“-Anfrage. Das hierfür veranschlagte Investitionsvolumen liege bei drei Millionen Euro.

Wenn die nötigen behördlichen Genehmigungen vorliegen, solle zeitnah mit dem Bau begonnen werden, der dann bis zur Bezugsfertigung etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen dürfte.

Weiterer Ausbau noch Zukunftsmusik

Noch Zukunftsmusik sind weitergehende Überlegungen des Hauses Miele, die demnächst die Warendorfer Kommunalpolitik beschäftigen werden. Käme es nämlich zu weiteren Ausbaumaßnahmen, müsste der Bebauungsplan für ein etwa 6,35 Hektar großes Gebiet, bislang Weide- und Ackerland, geändert werden. In einer am Donnerstag veröffentlichten Beschlussvorlage für den Planungsausschuss am 30. August ist von einer weiteren Produktionshalle, einem Hochregallager und einem Parkdeck die Rede.

Das sei allerdings noch kein konkretes Bauvorhaben, bremst Pressesprecher Prudent: Es würde sich vielmehr „um eine vorausschauende Änderung der Bauleitplanung handeln, die eine zusätzliche Ausbaureserve schaffen würde“. Montagehalle, Hochregallager und Parkhaus seien „Bestandteile der Langfristplanung“. Ob und wann diese realisiert werden, sei noch nicht entschieden.

Grundsätzlich dienten aber sowohl das „Technikum“ als auch die in der Beschlussvorlage genannten Vorhaben der Weiterentwicklung des „Kompetenzzentrums Kunststoff“ und damit der Zukunftssicherung des Miele-Standorts Warendorf und der dort angesiedelten Arbeitsplätze. Beides trage dazu bei, die Innovationskraft und Produktivität der Kunststoffverarbeitung in Warendorf weiter zu stärken. Aktuell sei keine Personalaufstockung geplant, diese sei mittel- oder langfristig aber nicht auszuschließen.

Hintergrund

In Warendorf produziert Miele seit 1975 Kunststoffteile für Miele-Geräte. Zunächst fertigte Miele in seinem Warendorfer Werk auch Küchenmöbel, verkaufte die Küchenmöbelsparte 2005 aber (heute: „Warendorf“-Küchen).

Heute ist das Miele-Werk Warendorf das Kompetenzzentrum Kunststoff der Miele Gruppe, mit aktuell 315 Mitarbeitern (Stichtag 30 Juni; 34 mehr als ein Jahr zuvor). In dieser Rolle berät und unterstützt das Werk Warendorf die übrigen Miele-Werke, soweit Kunststoffteile für die Produktentwicklung relevant sind und die anderen Werke Kunststoffteile auch selbst produzieren.

Das Warendorfer Werk selbst produziert vor allem Türen, Schalterblenden und Waschmitteleinspülkästen für die Miele-Waschmaschinen, Gehäuseschalen und Abdeckungen für die Staubsauger sowie Spülarme für die Geschirrspüler.

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