Mimin will kein „Popoklatschtheater“
Schauspielerin Julia Jochmann will mit ihrem "tRAUMspieltheater" Qualität abliefern.

Nachwuchs kann mit seiner Meinung eben nur schwer hinterm Berg halten, und so ist Kindertheater ist eine besondere Herausforderung. Julia Jochmann nimmt sie gern an. Die gebürtige Warendorferin ist ausgebildete Schauspielerin.

Für ihre Ausbildung zog sie vor einigen Jahren ins Ruhrgebiet, wo sie 2011 das „tRAUMspieltheater“ gründete. Mit einer Handvoll Freunden und Kollegen rückt sie Themen in den Mittelpunkt, die sowohl sagenhaft als auch gesellschaftskritisch sein können – es kommt ganz auf die Altersgruppe an. Das Spektrum reicht von Märchengleich über Magersucht bis zu Migrationshintergrund.

„Ich habe mal einen Regisseur gehabt, der sagte: ‚Wir machen hier Popoklatschtheater‘“. Julia Jochmann wollte etwas anderes, nichts Beliebiges, Austauschbares, schon x-mal Dagewesenes. „Es reicht nicht, den Clown zu machen. Man muss die Kinder ernst nehmen, sie wollen angeregt und einbezogen werden.“

Das reisende Schauspielhaus von Julia Jochmann braucht nicht viel Platz – zumeist passt es in einen Koffer und in eine Reisetasche. Unkompliziert und dennoch effektiv – diesen Anspruch stellen die Mimen nicht nur an ihr Spiel, sondern auch an Bühnenbild und Requisite. Kinder sollen das Gesehene um eigene Gedanken ergänzen und zum Gesamtbild formen.

Derzeit ist Julia Jochmann in Warendorf unterwegs und sucht in ihrer Heimatstadt Sponsoren. Geld nämlich verdient die Mimin mit verschiedenen Engagements, nicht aber mit ihrem „tRAUMspieltheater“. „Ich fände es einfach schön, zurückzukommen und zu zeigen, was man macht.“ So kann sich die 31-Jährige beinahe nichts Schöneres vorstellen, als irgendwann einmal in ihrem alten Kindergarten oder der einstigen Grundschule vor den Kindern von heute zu stehen. Dabei geht es zunächst nur darum, einen Fuß in die Tür zu bekommen und zeigen zu können, wie man es anders, möglicherweise viel besser macht.

„Diese Mentalität: Das ist ja nur Kindertheater – finde ich furchtbar“, sagt Julia Jochmann. „Ich will alles rausholen.“

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