Mit Jazz- und Musicaldance nach vorn
Foto: Baumjohann
Beim Jazz- und Musicaldance in der Tanzschule Ingrid in Warendorf mit Begeisterung dabei sind (v. l.) Maren, Carla, Hannah Miele, Hannah, Lynn und Elisa. 
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Im Foyer der Tanzschule „Ingrid“ hat sich Hannah Miele auf einem Foto der Latein-Formation entdeckt. „Das ist schon cool, dass das da noch hängt“, sagt die heute 21-Jährige, die seit Anfang September als Trainerin in der Tanzschule tätig ist und einen Kursus „Jazz- und Musicaldance“ ins Leben gerufen hat. 

Ausbildung zu Musicaldarstellerin

„Jazzdance ist eine moderne Tanzart“, erläutert Miele, die nach ihrem Abitur 2017 am Mariengymnasium nach Hamburg gezogen war, um dort eine zweijährige Ausbildung zur Musicaldarstellerin zu absolvieren. Und so klang bei der Trainingsstunde am Freitag nicht etwa ein Jazzstandard aus der Feder von Duke Ellington aus den Lautsprecherboxen, sondern aktuelle Musik wie beispielsweise Jason Derulos „Savage love“. Und selbstverständlich können sich die Teilnehmer auch Titel wünschen und über eine eigens eingerichtete WhatsApp-Gruppe Musikvorschläge machen.

Heute studiert Hannah Miele am Institut für Musik der Universität Osnabrück Gesang, Schauspiel und Tanz und ist regelmäßig in Warendorf zu Gast. Bei einem dieser Besuche hatte sie festgestellt, dass es keinen Jazzdance im Programm der Tanzschule Ingrid mehr gibt. „Das fand ich schade, weil ich früher selbst hier Jazz getanzt habe“, erinnert sie sich. Es folgten Gespräche mit dem Tanzschulteam, eine Zusage und zum September der Start des „Jazz- und Musicaldance“-Angebots. 

Offene Türen bei „Ingrid“

„Ich habe das volle Vertrauen der Tanzschule hinter mir“, freut sich die 21-Jährige über die offenen Türen, auf die sie bei der Tanzschule Ingrid gestoßen ist. Für Hannah Miele ist es nicht das erste Mal, dass sie die Verantwortung für eine Gruppe übernommen hat. Im vergangenen Sommer habe sie neun Wochen lang ein kleines Theater in Spanien geleitet und dabei beispielsweise auch Choreographien erarbeitet. „Ich habe einen ganz guten Blick, wer was braucht und wer was möchte“, ist die junge Frau überzeugt.

Denn wichtig ist ihr, dass die Teilnehmerinnen – im Moment kommen Mädchen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren zu den 14-tägig stattfindenden, zweistündigen Trainingsnachmittagen in die Tanzschule Ingrid – gesund tanzen lernen. Zu oft habe sie erlebt, dass Kommilitonen schon mit Schmerzen in Knie, Schulter oder Rücken ins Studium kämen.

Perspektivisch Auftritte geplant

Die zehn Mädchen, die derzeit beim „Jazz- und Musicaldance“ mitmachen, seien mit großer Begeisterung bei der Sache, freut sich Hannah Miele. Ihre „Jazzmädels“ übten mitunter auch zu Hause. Perspektivisch wolle man auch Auftritte beispielsweise bei Abschlussbällen in der Tanzschule Ingrid angehen – aber erst, wenn sich alle Gruppenmitglieder sicher genug fühlten dafür. Ohnehin ist in Corona-Zeiten derzeit an Auftritte solcher Art nicht zu denken. 

Dass Corona den Einstieg in das neue Angebot schwerer gemacht hat, bekennt Miele freimütig. Dennoch sei der Start gut gelungen. „Die Tanzschule hat ein hervorragendes Hygienekonzept“, sagt sie. Zudem stehe für die Gruppe ausreichend Platz zum Proben zur Verfügung, um Abstände einhalten zu können.

Kieskemper blickt nach vorn

Über den gelungenen Start zu schwierigen Zeiten ist auch Bernd Kieskemper froh. „Wir blicken nach vorne“, sagt er und hofft, dass die schwierigsten Corona-Zeiten in der Vergangenheit liegen. Das Angebot „Jazz- und Musicaldance“ mit Hannah Miele ist übrigens noch offen für Neueinsteiger. Neben weiteren Tänzerinnen seien auch Tänzer willkommen, macht Hannah Miele deutlich. Vorkenntnisse seien nicht erforderlich: „Es braucht nur den Spaß an der Bewegung und am Tanzen.“

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