Mit Postzeichen in Geschichte abtauchen
Bild: Baumjohann

Ebenfalls zu finden ist der Brief eines polnischen Gerichts aus dem Jahr 1947. Noch zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung wurden dort noch Umschläge aus der NS-Zeit benutzt, bei denen die Hoheitszeichen der Nationalsozialisten überstempelt worden waren. „Der Papiermangel war daran schuld“, erläutert Clubvorsitzender Wolfgang Reisner das Vorgehen.

Bild: Baumjohann

Ebenfalls zu finden ist der Brief eines polnischen Gerichts aus dem Jahr 1947. Noch zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung wurden dort noch Umschläge aus der NS-Zeit benutzt, bei denen die Hoheitszeichen der Nationalsozialisten überstempelt worden waren. „Der Papiermangel war daran schuld“, erläutert Clubvorsitzender Wolfgang Reisner das Vorgehen.

Auch bei der Erforschung Warendorfer Postgeschichte haben sich Clubmitglieder engagiert. Entstanden ist so eine umfangreiche Dokumentation aller bekannten in der Emsstadt verwendeten Poststempel und Freistempelautomaten. „Der älteste bekannte Stempel datiert aus dem Jahr 1799“, sagt Vorsitzender Wolfgang Reisner. Verwendet worden sei er von der Thurn- und Taxis’schen Reichspost, die den Stadtnamen damals noch „Warendorff“ geschrieben hat. Das zweite „f“ am Namensende ist bei den Stempeln der Postverwaltungen des Großherzogtums Berg und der Preußen schon verschwunden.

Selbstverständlich sind in der Sammlung auch die in der Stadt verwandten Sonderstempel dokumentiert. „Der Erste stammt aus dem Jahr 1951 und ist zum 750-jährigen Stadtjubiläum erschienen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Werner Zeppich. In den Folgejahren künden lokale Sonderstempel von wiederkehrenden Festen wie Mariä Himmelfahrt oder Fettmarkt, von sportlichen Großereignissen wie der Weltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf oder von grenzüberschreitenden Freundschaften wie der Städtepartnerschaft mit Barentin.

So bedauern die Briefmarkenfreunde auch, dass heute in den großen Briefzentren der Deutschen Post nur noch Regionsstempel zum Einsatz kommen und die Ortsstempel wie Warendorf fast verschwunden sind. Lediglich in den Postagenturen vor Ort kämen sie noch zum Einsatz, sagt Vorsitzender Wolfgang Reisner.

Zum Tauschtag treffen sich die Warendorfer Briefmarkenfreunde an jedem zweiten Samstag im Monat zwischen 14 Uhr und 16 Uhr im Pfarrheim St. Laurentius. Mit „Briefmarkenfreunde und Neueinsteiger sind willkommen“ laden die Clubmitglieder zu einem Besuch ein.

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