Mit gestohlenen Daten Kunden abgeworben
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Wegen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen muss sich ein 38-jähriger Anlagenbauer vor Gericht verantworten.
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Da die genauen Tatumstände in der Verhandlung letztlich nicht geklärt werden konnten, wird diese nach Ladung von weiteren Zeugen fortgesetzt werden. Grundlage des Strafbefehls war der Straftatbestand des Paragrafen 17 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb: „Wer sich zu Zwecken des Wettbewerbs oder aus Eigennutz ein Geschäfts- oder Betriebsgeheimnis durch Anwendung technischer Mittel unbefugt verschafft oder sichert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Verteidiger weist Vorwürfe zurück

Dem heute als selbstständiger Kaufmann im Flüssiggas-Geschäft tätigen Angeklagten wurde von seiner ehemaligen Firma vorgeworfen, sich im Jahr 2016 unbefugt eine Datei mit mehreren hundert Kundendaten aus ganz Deutschland vom Firmencomputer heruntergeladen und nach Beginn seiner Selbständigkeit zu Jahresbeginn für sich genutzt und damit Kunden seines ehemaligen Arbeitgebers abgeworben zu haben. „Mein Mandant hat das nicht gemacht“, betonte dessen Verteidiger kategorisch und verwies darauf, dass auch andere Mitarbeiter Zugang zu den sensiblen Daten gehabt hätten.

Weitere Zeugen sollen Tatumstände klären

Nicht viel weiter kam das Gericht auch mit den Aussagen eines 61-jährigen Polizeibeamten sowie einer 50-jährigen Kauffrau, die beide immer dann, wenn durch Staatsanwalt oder Verteidiger detailliert nachgefragt wurde, auf die speziellen Kenntnisse ihrer Internet-Spezialisten verwiesen. Diese sollen nun zur weiteren Klärung gehört werden. Wenig erfreulich dürfte die Gerichtsverhandlung für den Geschäftsführer des Landhandels gewesen sein, der den Verlauf als Zuschauer verfolgen wollte: Als potenzieller Zeuge musste er den Gerichtssaal verlassen und während der fast 90-minütigen Verhandlung im Wartebereich ausharren.

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