Mit westfälischen Eigenarten vertraut
Bild: von Stockum
Der Pensionär und die neuen Präsidenten: (v. l.) Bernd Normann mit dem Präsidenten des Landgerichts Münster, Ulrich Schambert, und seinem Nachfolger Ralf Kruse im Sophiensaal.
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Mit einem lachenden Auge, weil der sportliche Münsteraner seine gewonnene Freizeit zu nutzen weiß, mit einem weinenden, weil dem 65-Jährigen sein Wirken in der Emsstadt eigenen Angaben zufolge unwahrscheinlich viel Freude bereitet hat. Landgerichtspräsident Ulrich Schambert, selbst noch nicht lange im Amt, würdigte die besonnene und engagierte Art und Weise, mit der Bernd Normann sein Wirken ausgefüllt hatte.

Immer wieder brandete während der Feierstunde im Sophiensaal Applaus auf, mit dem die Angestellten des Amtsgerichts ihr herzliches Verhältnis zum ehemaligen Chef zum Ausdruck brachten. Normann – sein Schwerpunkt war Familienrecht – ist einer gewesen, der zwar 13 Jahre lang an der Spitze der Behörde gestanden hatte, sich aber im Zusammenspiel mit seinen Mitarbeitern am wohlsten fühlte. Gemeinsam war man für 117 000 Bürger im Einzugsbereich zuständig. Rechtsanwalt und Notar Alfons Lenfers, Vorsitzender des Anwaltvereins Warendorf, unterstrich die besondere Amtsauffassung von Normann: „Bei Ihnen hat man nicht als beleidigte Leberwurst den Saal verlassen, sondern schlimmstenfalls als zweiter Sieger.“

Normanns Team verliert einen Mitspieler – gewinnt gleichzeitig aber einen hinzu. Ralf Kruse war bereits Referendar bei Bernd Normann. Dessen unaufgeregte Art habe ihn nachhaltig beeinflusst, sagt der neue Direktor des Amtsgerichts. „Du trittst in große Fußstapfen. Aber mach dir keine Sorgen, wir sind uns aber sicher, dass du diese gut ausfüllen wirst“, hieß Anette Reher den Nachfolger im Namen der Richter- und Personalrats willkommen. Der gebürtige Beckumer ist bereits seit drei Monaten beruflich im Amtsgericht Warendorf beheimatet und nutzte am Donnerstag die Gelegenheit, sich bei Kollegen und Mitarbeitern für das „herzliche Willkommen“ zu bedanken.

Bürgermeister Jochen Walter hatte bereits im Oktober das Vergnügen, den neuen Gerichtsdirektor kennenzulernen – beim Töttchenessen zum Fettmarkt. „Sie haben es mit Bravour gemeistert“, lobte der Verwaltungschef augenzwinkernd den bis dahin in westfälischer Traditionsspeise unbeleckten Direktor. Wohingegen sich Kruse als Beckumer in anderer Hinsicht wohl kaum umstellen müsse: nämlich mit Blick auf das „typisch westfälische Rechtsempfinden“.

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