Mitstreiter beim Insektenschutz gesucht
Foto: Frenz
Im Einsatz für Natur- und Artenschutz sind (v. l.) BUND-Agrarreferent Ralf Bilke sowie Hennes Sander, Hiltrud Brüggemann und Ruth Spiegel von der BUND-Kreisgruppe Warendorf.
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Auf dem Wilhelmsplatz warben Vertreter vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Freitag erfolgreich um Unterstützung. „Es ist ein tiefgreifendes Thema“, sagte Ralf Bilke, der als Agrarreferent des BUND NRW vor Ort war. Handeln sei dringend notwendig, denn es sei ein ungebremster Rückgang der Artenvielfalt zu beobachten. „Wir müssen jetzt dringend die Notbremse ziehen“, stellte er klar.

Unterschriften im dreistelligen Bereich

„Zufrieden mit der Resonanz“, war Hiltrud Brüggemann vom Vorstand der BUND-Kreisgruppe Warendorf schon am Vormittag. „Bisher haben wir Unterschriften im dreistelligen Bereich gesammelt“, sagte sie.

Am Informationsstand gab es angeregte Diskussionen um Artenschutz und Umwelt. Sie wurden untereinander und mit den Experten geführt. Was hat die Initiative zum Ziel und wie soll dieses erreicht werden? „In NRW gehen täglich rund zehn Hektar Naturfläche, etwa durch neue Wohn- und Gewerbegebiete, durch Straßenbau, Tagebaue oder Kies-Abbau verloren“, erläuterte Fachmann Bilke beispielsweise. Landschaften würden zerschnitten und angrenzende Lebensräume zerstört. „Dieses unverantwortliche Handeln führt zu weiteren irreversiblen Verlusten bei Tier- und Pflanzenarten“, warnte er. Insbesondere landwirtschaftliche Flächen gingen dadurch ungebremst verloren. „Unsere Landesregierung ist diesbezüglich leider sehr passiv“, kritisierte Bilke.

Flächenverbrauch reduzieren

Die Naturschützer der drei Verbände fordern deshalb, dass der Flächenverbrauch in NRW bis 2025 auf höchstens fünf Hektar pro Tag und bis 2035 ganz auf null abgesenkt wird. Wohn- und Gewerbegebäude sollten etwa mehrstöckig gebaut werden, um weniger Fläche zu zerstören, weiterhin sollte von Steingärten abgesehen werden. Diese heizten das Klima der Stadt auf und nähmen Insekten den Lebensraum. „In Warendorf hätten wir uns für die Emsinsel beispielsweise auch eine naturnahere Lösung gewünscht“, sagte Brüggemann. Die Industriebrache soll stattdessen bebaut werden. „Wir haben viele Gespräche geführt und zahlreiche Unterschriften gesammelt“, zog Bilke ein Fazit der Auftaktveranstaltung im Kreis.

Die Volksinitiative ist ein Instrument der direkten Demokratie: Kommen die benötigten Unterschriften zusammen, muss die Landesregierung die Forderungen auf ihre Agenda setzen. In den nächsten Tagen werde der Stand in Beckum, Ahlen, Oelde und Sendenhorst aufgebaut. Parallel dazu würden andere Gruppen in weiteren Städten des Landes um Unterschriften werben.

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