Nachtwächter rufen Gäste zur Ordnung
Bild: von Stockum
Bild: von Stockum

Bis zuletzt ist auf dem historischen Marktplatz gewerkelt und aufgebaut worden, ehe um 14 Uhr die ersten Kunsthandwerker ihre Waren anboten. Tage zuvor hatten städtische Mitarbeiter hunderte Nadelbäume und tonnenweise Rindenmulch in die gute Stube gekarrt, um vor dem Hintergrund der weihnachtlich illuminierten Häuser und Gassen einen kleinen Wald entstehen zu lassen.

Das Gießen der Bäume erledigte am Freitag dann ein Beschicker bei dem Versuch, an Wasser zu kommen – nach einem kleinen Malheur schoss eine meterhohe Fontäne aus dem Pflaster gen Himmel und flutete Teile des Markts. Nach wenigen Sekunden war das Schauspiel beendet, und die Aktiven konnten sich wieder ihrem Tun widmen.

 Ruhig und besinnlich, aber gleichzeitig kommunikativ soll es im Wäldchen zugehen. Kirmesgleichen Rummel wird man in den kommenden zwei Wochen vergeblich suchen. Damit unterscheide man sich von den vielen Mitbewerbern in der Region, sagen die Macher von Warendorf Marketing um André Auer, Beate Potthoff und Susanne Bollmann. Einzige Ausnahme ist der Programmpunkt „Hüttengaudi“ am Samstag, 15. Dezember, der in einer Après-Ski-Party in Warendorfs Kneipen münden soll.

Ob das Backen von Stockbrot am Lagerfeuer, die Rollende Waldschule, Stadtführungen, der Besuch des heiligen Mannes am Nikolaustag und vieles mehr – die Macher vereinen Bewährtes und Neues. Einen engagierten Partner hat das Stadtmarketing in der Stiftung „Bürger für Warendorf“ gefunden, die mit einer Tombola auch über die Veranstaltung hinaus Wirkung erzielen will.

Dass das Weihnachtswäldchen einmal mehr ein Publikumserfolg wird, daran glaubt auch die Ehrengarde des Bürgerschützenvereins. Zur Versorgung der Gäste mit Glühwein und Punsch haben die Verantwortlichen schließlich 2500 neue Tassen mit individueller Prägung bestellt.

Für die musikalische Gestaltung zeichnen das Rita-Althues- Trio, die Yamaha-Musikschule, der Shanty-Chor „Hiev rund“, die Feuerwehrkapelle Liesborn, die Jagdhornbläser des Hegerings Milte-Einen und die „New York Gospelstars“ verantwortlich.

Damit alles gesittet über die Bühne geht und niemand über die Stränge schlägt, sind drei Nachtwächter verpflichtet worden: Johannes Bollmann, Ludger Preckel und Wilfried Wienker. Nach ihrer offiziellen Vereidigung mussten noch drei weitere, wichtige Persönlichkeiten in die Pflicht genommen werden. Die Feuerwächter Lotharius Halank, Berthold Plaschke und Heilmut Metken werden Sorge dafür tragen, dass immer ausreichend Holz in den Flammen liegt.

Mehr als 200 Bäume machen Warendorfs Marktplatz zu einem Wald. Die Verwandlung hat nur wenige Tage gedauert. „Das soll uns erst einmal einer nachmachen“, lobte Jochen Walter vor allen Dingen die Mitarbeiter des Baubetriebshofs, aber auch die vom Stadtmarketing, die letztlich verantwortlich zeichnen für die Organisation. Ihren Dank richtete die Verwaltungsspitze aber auch an die Spender der Nadelbäume, die Sponsoren, die vielen helfenden Hände, Bürger und Nachbarn. „Eine Hand wäscht die andere“, sagte der Bürgermeister. Am Ende stehe dann ein so schöner Weihnachtsmarkt wie der in Warendorf.

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