Neben Super, Diesel und Gas auch Strom
Bild: Wild
Eine Schnellladesäule mit drei Anschlüssen für Elektroaustos haben Dennis Heitmann von der CH-Tankstelle an der Beckumer Straße in Warendorf und Christof Hülsdünker von der GLS-Bank, die die Software zur Abrechnung zur Verfügung stellt, am Dienstag in Betrieb genommen.
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Nach Aussage von Dennis Heitmann gibt es eine vergleichbare öffentliche Schnellladesäule im Kreisgebiet sonst nur noch an der Autobahn.

Auch beim alteingesessenen Mineralölhandel Cremer-Heitmann weiß man, dass Investitionen in die E-Mobilität sich in den ersten Jahren kaum rechnen. Gleichwohl setzt Juniorchef Dennis Heitmann auf die Erweiterung des Angebots. Anfang Dezember 2017 hat „CH Energie + Mobilität“ an der Ecke Beckumer Straße / Am Salzgraben, nur wenige hundert Meter von den Bundesstraßen 64 und 475 entfernt, eine neue Großtankstelle eröffnet, zusätzlich zum alten Standort am Freckenhorster Tor. Ab sofort gibt es neben den klassischen auch eine Strom-Tanksäule auf dem ehemaligen „Voodoo“-Gelände.

Strom wird selbst produziert

Mehr als 40 000 Euro mussten dafür in die Hand genommen werden, die Photovoltaikanlage (elektrische Nennleistung 9,975 Kilowatt Peak) auf dem Dach noch nicht eingerechnet. Als Förderung gab es knapp ein Drittel Zuschuss aus Bundesmitteln – allerdings sei dafür viel Papierkram zu erledigen gewesen, betont Anja Heitmann.

Immerhin kann CH jetzt mit dem Slogan „erste unabhängige Elektrotanksäule im Kreis Warendorf“ werben. Das bedeute: unabhängig von Geschäftszeiten, von vertraglichen Bindungen an Ladestrom-Anbieter und vom Bezahlsystem. Bei der Beschaffung von Hard- und Software fiel die Wahl Heitmanns auf die Spezialfirma EBG compleo (Lünen) und die genossenschaftliche GLS-Bank (Bochum). Deren „Projektleiter Mobilität“, Christof Hülsdünker, war zur Inbetriebnahme der neuen Elektrozapfsäule am Dienstag  in Warendorf, um das Abrechnungssystem „Giro E“ vorzustellen, das mit normalen EC-Karten funktioniert. Kreditkarten könnten bislang nicht eingesetzt werden, „Giro E“ arbeite aber an der Einführung einer eigenen Kreditkarte.

Im Kreis Warendorf sind zurzeit 193 reine Elektroautos zugelassen, darunter 22 in der Stadt Warendorf. Das teilte Kreis-Pressesprecher Thomas Fromme am Dienstag auf „Glocke-Nachfrage mit. Die Zahl hat sich seit Januar um 38 erhöht. Hinzu kommen 133 sogenannte Hybrid-Modelle (Januar: 122), 131 mit kombiniertem Elektro- und Benzinmotor, zwei setzen auf Dieselunterstützung. 23 solcher Hybriden sind in der Kreisstadt selbst zugelassen.

Hintergrund

Wer Strom bei der CH-Tankstelle an der Beckumer Straße abzapfen will, hält seine eigene EC-Karte (sofern sie einen Mikrochip für kontaktlose Abrechnung hat) oder eine im Tankstellenshop erhältliche Kundenkarte an die Säule und wählt eine der drei „Zapfhähne“ aus. Der Strom kostet 37 Cent pro Kilowattstunde, hinzu kommt ein „Zeitfaktor“ von fünf Cent pro angefangener Minute und eine EC-Gebühr von 35 Cent. Der Betrag wird direkt vom Konto abgebucht oder kann im Shop beglichen werden.

Die drei unterschiedlichen Ladestecker ermöglichen laut Dennis Heitmann „das Auftanken aller in Deutschland zugelassenen Elektro-Pkw“ – allerdings können nur zwei Autos gleichzeitig angeschlossen werden. Durch zwei Schnellladeleitungen fließen jeweils 50 Kilowatt, gleichwohl muss der Autofahrer etwa eine halbe Stunde Zeit mitbringen – Kaffee, Snack und Zeitung im Tankstellenshop helfen beim Zeitvertreib. Der dritte Ladepunkt gibt eine Leistung von 22 Kilowatt ab. Dann dauert der Ladevorgang laut Heitmann aber an die zwei Stunden.

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