Neubauten sollen Gestütszukunft sichern
Bild: Feuerwehr
25. Juli 2016: Ein  Feuer vernichtet die Lagerhalle des NRW-Landgestüts. Zwei Jahre später werden jetzt die Neubaupläne konkret. Am Donnerstag wurden die Nachbarn darüber informiert, und nicht alle waren mit allem einverstanden.
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Zu einer 90-minütigen Infoveranstaltung hatte sie die an der Nordgrenze des Gestüts lebenden Nachbarn für Donnerstagabend in die Kantine eingeladen, um sie über die geplanten Neubaumaßnahmen zu informieren.

Der vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) beauftragte Architekt Andreas Heupel und dessen Mitarbeiter Robert Luschnat erläuterten die geplanten Neu- und Ausbaumaßnahmen. Dazu zählt der Bau einer neuen Reithalle mit den Außenmaßen von 29 mal 68 Metern im Bereich der abgebrannten Halle, einer Bewegungsanlage von 30 mal 15 Metern im Bereich der Parkplätze an der Sternbergstraße und die Einrichtung von insgesamt 25 Paddocks für die freie Bewegungsentfaltung der Pferde.

 „Eine Zufahrt von Harheils Kamp ist vom Tisch. Es war uns wichtig, dass Sie durch die Neubaumaßnahmen keinerlei zusätzliche Belästigung erfahren“, wandte sich Heupel an die Anwohner. Die Halle sei mit einer Traufenhöhe von sechs und einer Firsthöhe von 10,50 Metern geplant – „das sind 1,50 Meter weniger als die abgebrannte Halle hatte“. Die in gelbem Klinker mit viel Glas geplante Halle solle „Licht, Luft und Laufen für die Pferde ermöglichen“, so Heupel. Hildegard Weil-Suntrup erläuterte die Planungen für die Paddocks, die eine wesentliche Verbesserung des Tierwohls bedeuteten. Auch würde der alte Baumbestand erhalten bleiben.

Nachbarn haben eigene Vorstellungen

Doch genau daran entzündete sich eine nachfolgende längere Diskussion, in der Erich Nierhoff und Christian Karras die Auffassungen der Anwohner verdeutlichten. Positiv sei, dass die mächtige Ulme erhalten bliebe, dass die uralte Fichte aber der Reithalle weichen müsse, „tut uns in der Seele weh“. Ebenso unschön sei es, „dass wir hier zu einer Informationsveranstaltung eingeladen wurden, jetzt aber feststellen, dass die Pläne schon fix sind“.

Besonders erzürnt zeigten sich die Nachbarn, weil zuvor vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) versichert worden sei, dass sie in alle Planungen einbezogen würden und auch eigene Vorschläge machen könnten. Daraufhin hätten sich die Nachbarn zusammengesetzt und selbst Vorschläge für eine nachbarschaftsverträgliche Bebauung gemacht, „für die sich offensichtlich jedoch kein Mensch interessierte“.

Insbesondere am Abstand von 8,80 Metern von der Nordseite der neuen Halle bis zur Grundstücksgrenze rieben sich die Anwohner. „Wir wissen zwar, dass das rechtlich in Ordnung ist, trotzdem appellieren wir an Sie, dass Sie sich für eine Verschiebung der Halle nach Süden einsetzen.“

Doch da machten die Architekten den Anliegern nur wenig Hoffnung: Die Sichtachse zum 1902 gebauten „Stall 2“ müsse aufgrund von Vorgaben des Denkmalschutzes frei bleiben. „Eine solche Verschiebung erscheint uns nicht praktikabel“ sagte Andreas Heupel.

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