„Neue Ems“: Es bleibt alles beim Alten
Modifiziert haben sich die Pläne für die „Neue Ems“ seit dieser Computeranimation aus 2016 schon, im Kern wird aber deutlich, wie sich das Vorhaben nach seiner Verwirklichung darstellen wird.

Damit ist klar, dass der Emsdurchstich nicht quer über das Brinkhaus-Gelände, sondern am Westrand des Emsseeparks erfolgen wird. Warendorfs Baudirektor Peter Pesch hatte zuvor noch einmal erläutert, worum es geht: „Wir planen hier die größte ökologische Gesamtmaßnahme seit mindestens 100 Jahren für unsere Stadt.“

Würde dem Antrag des AK Emsinsel gefolgt, hätte das nicht nur einen kompletten Neubeginn der seit vier Jahren laufenden Planungen, sondern auch hohe finanzielle Verluste für Warendorf bedeutet. „Ein Durchstich über das Brinkhaus-Gelände, da haben wir mehrfach beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz in Düsseldorf nachgefragt, würde eine Verringerung der Fördergelder in Millionenhöhe bedeuten“, so Pesch. Nicht zuletzt deshalb sei diese Variante bereits vor vier Jahren vom Rat verworfen worden, und an den dieser Entscheidung zugrundeliegenden Fakten habe sich bis heute nichts geändert. Die Experten des Ministeriums, so Pesch, sähen die vom Rat beschlossene Variante zudem als die zur Schaffung ökologischen Mehrwerts wirtschaftlichste an. Konkretisiert wurde diese Einschätzung im Verlauf der Sitzung durch Hans-Peter Henter, Landschaftsplaner des Büros Koenzen aus Hilden: „Im Zuge der Gesamtmaßnahme werden wir Totholz einbringen, Baumreihen und Einzelbäume pflanzen, die Obstwiese durch Versetzen erhalten, den Schilfbestand im Emssee ausbauen, Ersatzquartiere für Fledermäuse schaffen, Nistkästen errichten und vieles mehr.“

Den geplanten Gewinn für die Umwelt konnte Henter mit konkreten Zahlen belegen: Gemessen werde der Umweltnutzen von Flächen anhand so genannter ökologischer Werteinheiten, das sei internationaler Standard. Für das heutige Gebiet entlang des Emslaufs sei ein Punktewert von insgesamt 807 000 ermittelt worden, nach Abschluss der Maßnahmen ergäbe sich ein solcher von deutlich mehr als 1,5 Millionen. Henter: „Wir werden für die Umwelt einen enormen Gewinn machen, der auch dem Erholungs-, Klima- und Erlebniswert der Stadt zugute kommen wird.“ Angesichts dieser Dimension sei es aus ökologischer Sicht „völlig unbedeutend, wenn anfangs ein paar Bäume gefällt werden müssen“.

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