Neues Leben kommt ins alte Haus Gedigk
Bild: Kleigrewe
Freuen sich auf den Beginn der Renovierungsarbeiten von Haus Gedigk: (v. l.) Heimatvereinsvorsitzender Dietmar Knorr, Bürgermeister Axel Linke und Bauleiter Lambert Borgmann.
Bild: Kleigrewe

„Wir können schon eine ganze Menge“, sagt Lambert Borgmann schmunzelnd. Er ist Bauleiter bei der Umwandlung des einstigen Behelfswohnheims für Flüchtlinge in ein Museum und einen modernen Lernort, in dem Schüler sich in historisch geprägter Umgebung mit Themen wie Kriegs- und Nachkriegsgeschehen sowie Fluchtgeschichte beschäftigen können.

Aus diesem Grund ist auch keine aufwendige Modernisierung geplant. „Das Haus soll in den Zustand versetzt werden, in dem es zu Beginn der 1950er-Jahre war“, erklärt der Heimatvereins-Vorsitzende Dietmar Knorr. „Die Kinder dürfen hier im Winter schon ein bisschen frieren“, ergänzt Lambert Borgmann mit einem Augenzwinkern. Will heißen: die alten Fenster werden zwar neu eingekittet und die Rahmen bekommen einen neuen Anstrich, auf wärmende Doppelverglasung wird aber verzichtet. Und auch eine Heizung wird nicht nachträglich eingebaut. „Die letzte Bewohnerin Paula Gedigk hat mit einem kleinen Holzofen das ganze Haus beheizt“, weiß Dietmar Knorr, der bereits zwei solcher Öfen bereitstehen hat.

Doch dass kein hochmoderner Standard erreicht werden muss, bedeutet nicht, dass wenig zu tun ist. Vor allem am Boden, der teilweise aus einer Holzbalkenkonstruktion besteht, ist – in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt – einiges zu tun. Die Fenster und Türen müssen überarbeitet werden, Küche und Bad sind erst einmal entkernt worden.

Kein Wunder, dass für die Baumaßnahme Gesamtkosten in Höhe von 62 500 Euro veranschlagt worden sind. Die Stadt übernimmt davon nach einstimmigem Beschluss des Rats 42 500 Euro. Der Heimatverein stellt 20 000 Euro zur Verfügung. Dazu kommen noch Eigenleistungen des Vereins in Höhe von 5000 Euro und eine finanzielle Unterstützung der Kulturstiftung der Sparkasse Warendorf von 5000 Euro zur Einrichtung der technischen / musealen Ausstattung. Ein Förderantrag zur multimediale Einrichtung des Lernorts bei der NRW-Stiftung ist gestellt.

Doch jetzt soll’s erstmal losgehen mit dem Umbau. „Erst wird alles zum Schulhof und zum Spielplatz hin abgesperrt, dann starten wir mit der Arbeit“, freut sich Borgmann schon.

SOCIAL BOOKMARKS