Nikolausempfang erstmals in Stiftskirche
Bild: Otterpohl
Der Nikolaus wurde nicht nur von den Kindern, sondern auch von Bürgermeister Jochen Walter (r.) und Vize-Bürgermeisterin Doris Kaiser begrüßt.
Bild: Otterpohl

So blieb die eigens am Morgen von Kindergartenkindern herrlich geschmückte Treppe und Empore der Boeselagerschen Kurie verweist. Auch die traditionelle Kutschfahrt mit Werner Fabisch fiel aus – erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Collegiums. Einmal war das eisige Geläuf den Pferden nicht zuzumuten gewesen.

St. Nikolaus (Primas Bernhard Schulze Wartenhorst) und Ruprecht (Obermuff Rainer Poppenborg) mussten viele Hände schütteln, als sie vom Portal des Münsterländer Bauerndoms durch die dichtgefüllte Kirche zum Chor schritten. Hände von Kindern, Eltern und Großeltern – keineswegs nur aus der Stiftsstadt – streckten sich vor allem dem heiligen Mann entgegen.

Der Berittene Fanfarenzug, zum Abschluss des Jubiläums besonders motiviert bei den vorweihnachtlichen Weisen, bewies unter der Leitung von Jörg Middendorf, dass die Jugendarbeit gute Früchte trägt. Die Rotröcke hätten auch den Udo-Jürgens-Hit „Mit 66 Jahren...“ spielen können, denn das Nikolaus-Collegium, vom damaligen Freckenhorster Vikar und späteren Bischof von Münster, Heinrich Tenhumberg, aus der Taufe gehoben, feiert im Jahr 2013 das 66-jährige Bestehen.

Bürgermeister Jochen Walter, und Vize-Bürgermeisterin Doris Kaiser begrüßten den hohen Gast und stellten das besondere ehrenamtliche Engagement des Nikolaus-Collegiums heraus, erwähnten die Nikolaus-Stiftung, die nicht nur die bunten Tüten finanziere, sondern auch Zuschüsse für Gemeinschaftsaktionen der Kindergärten sowie Ferienaufenthalte der Pfarrgemeinde und des TUS 07 finanziell unterstütze. Die sechs Nachbargemeinschaften bezeichneten sie als „unverzichtbare Partner“ des Nikolaus-Collegiums. „Freckenhorst darf mit Recht stolz sein auf das lebendige Brauchtum und das gelebte Ehrenamt.“ St. Nikolaus lobte die Aktion „Freckenhorst leuchtet“ auf, die ausnahmslos von bürgerschaftlichem Engagement getragen wird.

Während des offiziellen Nikolaus-Empfangs in der dicht gefüllten Stiftskirche herrschte im Stiftshof Dühlmann geschäftiges Treiben. Denn dort wurden Nikolause und Ruprechte, jeweils 33 an der Zahl, eingekleidet. Dafür sorgt seit vielen Jahren unter anderem das einsatzfreudige Ankleideteam, dem als dienstälteste Mitglieder Anni Murrenhoff, die schon zu Tenhumbergs Zeiten aktiv war, und Jutta Althues angehören. In den Familien wurden am Vorabend des Nikolaus-Festes an die 1000 Jungen und Mädchen (einschließlich Gästekindern) im Alter von zwei bis acht Jahren beschert, gleich welcher Religionszugehörigkeit und welcher Nationalität.

33 Nikolaus-Gespanne mit Helfern und Helferinnen der sechs Nachbargemeinschaften waren im Einsatz. So war beispielsweise die Vorsitzende von Spille, Christel Minke, das 23. Mal dabei. Diesmal hatten Helfer und Helferinnen jedoch keine „tragenden“ Rollen, sondern mussten vielmehr dafür Sorge tragen, dass bei stürmischem Wetter die Mitren auf den Häuptern der Nikolause verblieben und Bärte nicht vom Sturm zerzaust wurden. Unmittelbar vor dem Besuch in den Familien wurden die Nikolaus-Gewänder deshalb noch einmal ordentlich gerichtet.

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