Nummer 12 hängt im Mai an 1500 Wänden
Bild: von Stockum
Vor dem Haus am Krickmarkt Nummer 12: Heribert Störmann, Baudirektor Oliver Knaup und Beate Potthoff mit dem Kalender.
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In wenigen Monaten aber wird es auch weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Begriff sein. Großflächig bestimmt das markante und einzigartige Gebäude die Mai-Seiten des Kalenders „Denkmal des Monats“ für das kommende Jahr. Baudirektor Oliver Knaup hatte es in Absprache mit Warendorf Marketing für die nächste Ausgabe vorgeschlagen, nachdem vor wenigen Wochen – genauer gesagt im August – die Marienkirche präsentiert worden war. Am Mittwoch wurde der neue Kalender während einer Sitzung der Regionalgruppen der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne Südliches Westfalen und Münsterland vorgestellt.

Erstmalig tagten die Vertreter der Mitgliedskommunen in der Emsstadt. Oliver Knaup und Beate Potthoff von Warendorf Marketing empfingen ihre Kollegen im Historischen Rathaus zu einem Austausch. Wo gibt es Probleme? Was hat sich verändert? Wie sieht es in der Nachbarschaft mit Leerständen von Ladenlokalen aus? Diese und andere Fragen bestimmten die Sitzung der Arbeitsgemeinschaft, ehe Heribert Störmann als Vorsitzender der Regionalgruppe Südliches Westfalen den Kalender für das kommende Jahr präsentierte. Bis Freitag sollen die Exemplare an die Kommunen ausgeliefert worden sein, so dass sie ab spätestens Montag auch bei Warendorf Marketing an der Emsstraße und in der Stadtverwaltung, Lange Kesselstraße, für elf Euro je Stück erhältlich sein dürften.

Üblicherweise finden die Treffen der Arbeitsgemeinschaft im südlichen Westfalen statt, wo auch vor einigen Jahren die Idee zu dem Kalender geboren worden war. Da man allerdings nur neun Mitgliedskommunen hat, warb man in Ostwestfalen und im Münsterland um Unterstützung. Seither hat Warendorf seinen festen Platz in dem Druckerzeugnis. „In einer limitierten Auflage von 1500 Stück ist der Kalender Zeugnis für Denkmalpflege und -schutz unserer Städte“, sagt Heribert Störmann, der auch das Vorwort dazu geschrieben hat. Mit der Herausgabe soll bei der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Bewahrung historischer Bausubstanz geweckt werden. Außerdem soll sie neugierig machen und zum Besuch anregen.

Bei dem als Wohn- und Geschäftshaus genutzten Gebäude am Krickmarkt 12 handelt es sich um einen klassizistischen Backsteinbau an der Ecke zur Königstraße. Während im vorderen Teil Kosmetik verkauft wird, hat im hinteren Teil ein Warendorfer Architekt seine Büros. Die Datierung über dem heutigen Ladeneingang weist das Jahr 1792 aus.

Das Gebäude verkörpert laut Baudirektor Oliver Knaup den Typ eines Flurhauses, der sich erst ab Ende des 18. Jahrhunderts in Warendorf findet und als stattlicher Bau mit repräsentativer Fassade ausgebildet wurde. Die strenge Gliederung des Giebels sei für die Emsstadt einzigartig, heißt es – ebenso wie die verwendeten Zierformen, Girlanden, Blattrosetten und Lorbeergewinde. Sie finden sich unter anderem über den Obergeschossfenstern wieder.

Aber auch das Innere birgt Sehenswertes. So sind eine aufwendige Ladeneinrichtung aus der Zeit um 1900 und Tapetenreste im Treppenaufgang als Teile der denkmalswerten Substanz erhalten. Letztere zeigen die „Große Tigerjagd in Indien“, genauer gesagt verschiedene Szenen am Ufer des Ganges. Die historischen Bahnen stammen aus der Manufaktur Velay in Paris.

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