Penny: Keine Parkscheibe, dann Knöllchen
Bild: Tenbrock
Auf dem Parkplatz vor dem Lebensmitteldiscounter „Penny“ an der Dr.-Rau-Allee in Warendorf darf die Parkdauer von 1,5 Stunden künftig nicht überschritten werden – eine Parkscheibe ist zu benutzen. Bei Verstoß gibt’s ein Knöllchen – angekündigte Kosten: 24,90 Euro.
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Das Parken ist nur noch für die Dauer von höchstens 1,5 Stunden erlaubt. Wer sich nicht daran hält und ohne Parkscheibe parkt beziehungsweise die Höchstparkdauer überschreitet, zahlt nach einem Übergang eine Strafe von 24,90 Euro. So steht es neuerdings auf zahlreichen Hinweisschildern, die unübersehbar auf dem Parkplatz verteilt worden sind. Aber ist das notwendig und im Interesse der Kunden? Oder einfach nur „Abzocke“? Fünf Minuten einkaufen gehen und Parkscheibe vergessen auszulegen, kann so schnell zu einem teuren Spaß und mehr kosten als möglicherweise der gesamte Einkauf.

Warendorfer haben unter anderem auf Facebook Stellung bezogen – es gibt ein geteiltes Echo. Ein Nutzer meint, dass er es gar nicht einsehe, eine Parkscheibe auszulegen. Stattdessen solle sich „der Wächter doch die Zeit aufschreiben“. Ein anderer Facebook-Nutzer kommentiert: „Ist ein Kundenparkplatz und richtig so.“ Dass das nicht schlimm sei, kommentiert ein anderer: „Wenn man eine Parkscheibe im Auto hat, ist das doch kein Problem.“ Eine andere Nutzerin wiederum ist von der Entscheidung überzeugt: „Mich ärgert es, wenn Parkplätze zweckentfremdet werden“, schreibt sie. Eine andere Kundin will das nicht hinnehmen: Sie wolle sich überlegen, woanders einkaufen zu gehen, denn es sei schnell passiert, dass man die Parkscheibe vergesse.

„Zu diesem Mittel greifen wir, wenn das Problem der Dauer- und Fremdparker auf keine andere Art und Weise gelöst werden konnte“, erläutert Penny-Pressesprecher Andreas Krämer auf Anfrage. „In diesem Fall beauftragen wir externe Dienstleister, die sich um die Kontrolle der Parkplätze kümmern.“ Dabei habe man durchaus das Interesse der Einkäufer im Blick: „Unsere Kunden sollen möglichst zu jeder Tageszeit einen freien Platz für ihren Pkw finden“, stellt Krämer klar. Denn das sei mit ein entscheidendes Kriterium dafür, wo Menschen einkaufen gingen. „Gute Erreichbarkeit ist wichtig für die Wirtschaftlichkeit der Märkte“, so der Pressesprecher. Sollte aber ein Autofahrer nachweislich zu Unrecht ein Knöllchen erhalten haben, „setzen sich Penny und Rewe in jedem Fall für eine kulante Lösung im Sinne der Kunden ein“, verspricht Krämer.

Zwei Wochen Übergangsphase

Zuständig für die Parkraumüberwachung und damit auch für die Verteilung der „Strafzettel“ ist im Auftrag von Penny das Unternehmen „Fair Parken“. „Parkplatznutzer, die keine Parkscheibe sichtbar im Auto liegen haben oder die Parkdauer überschreiten, erhalten eine Vertragsstrafe“, bestätigt Sabine Klaas von „Makefield Public Relations“, zuständig für die Pressearbeit von „Fair parken“. Allerdings gebe es eine Übergangszeit, bis sich alle Kunden auf die Änderung eingestellt haben: „Es gibt zunächst eine einwöchige Hinweisphase, in der Parkscheiben verteilt werden und auf die neue Regelung hingewiesen wird“, erklärt Klaas das Vorgehen. Anschließend werde für einen Zeitraum von einer weiteren Woche für das Parken ohne Parkscheibe beziehungsweise Überschreiten der zulässigen Parkdauer „eine reduzierte Vertragsstrafe von 9,90 Euro abgerechnet“, sagt sie. Erst nach Ende der zweiwöchigen Einführungsphase werde bei Verstoß gegen die Parkordnung der vollständige Betrag fällig. Das gilt laut Klaas „voraussichtlich ab dem Start der Bewirtschaftung in Kalenderwoche 14“, das wäre ab 29. März.

Für den Fall, dass es zu Unstimmigkeiten zwischen Wächter und Autofahrer kommt: „Die direkte telefonische und persönliche Erreichbarkeit bei Beschwerden sowie ein differenziertes Kulanzmanagement hat bei ‚Fair parken’ höchste Priorität“, verspricht sie. Das Service-Team sei unter Telefon 0211 / 95433711 von Montag bis Samstag direkt zu erreichen. Alternativ sei eine Kontaktaufnahme per E-Mail unter info@fairparken.com möglich. Auch die Mitarbeiter vor Ort – zu erkennen an ihrer blauen Dienstkleidung – sind Ansprechpartner für alle Rückfragen.

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