Pfiffige Idee: Spuckschutz gegen Corona
Bild: Alphaluxx
Der Prototyp des Spuckschutzes hängt in einer Zahnarztpraxis. Das Bild zeigt Dr. Britt Schröder und Felix Marschner.
Bild: Alphaluxx

Dabei handelt es sich um eine glasklare und robuste Folie, die in einem kleinen Gehäuse an der Decke montiert wird und bei Bedarf stufenlos auf den zu schützenden Bereich herunterfährt. Das durchsichtige System ist beispielsweise für den Empfangsbereich in Arztpraxen als Spuckschutz gedacht.

Zahnarztbesuch mit Folgen

„Die Idee ist mir bei meiner Zahnärztin Dr. Britt Schröder in Wolbeck auf dem Behandlungsstuhl gekommen“, verrät Marschner auf „Glocke“-Nachfrage. Die Medizinerin habe nach einem guten Schutz für ihre Arzthelferinnen gesucht, der sich gleichzeitig gut in das Bild der modernen Praxis eingefügt.

„Mein Tatendrang war damit geweckt“, berichtet Marschner. Innerhalb einer Woche habe er den Prototyp – 1,4 Meter breit und 1,8 Meter hoch – entwickelt und fertigen lassen. „Am Montag ist der Schutz in der Praxis installiert worden“, sagt er. Die Resonanz sei hervorragend. Durch Hinweise in den sozialen Netzwerken habe es mittlerweile Anfragen aus Deutschland gegeben.

Schutzfolie geht nach Bayern

Aktuell plane er einen transparenten Schutz für eine Podologin im bayrischen Oberpframmern. „Der wird in der kommenden Woche ausgeliefert“, so Marschner. Die Folie ermögliche es der Fußpflegerin, die notwendige Distanz zum Oberkörper der zu behandelnden Person einzuhalten. „Nur die Füße schauen unter der heruntergelassenen Folie hervor“, erklärt der Geschäftsführer.

Ralph Marschner, Geschäftsführer der Leinwand-Manufaktur in Freckenhorst, hat einen hochwertigen elektrischen Spuckschutz in Corona-Zeiten entwickelt

Marschner versichert, dass er Schutzsysteme in unterschiedlichen Größen bauen kann, die sich den jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Folien seien in den Stärken von 0,8 bis 2 Millimeter verfügbar. „Halt so, wie sie gebraucht werden“, ergänzt er. Neben der Transparenz des Schutzsystems sei die Pflege ein wichtiger Faktor. „Die Folien können einfach und problemlos mit Glasreiniger gesäubert werden.“

Seit 30 Jahren auf dem Markt

„Das Label Alphaluxx ist in unserer Region wenig bekannt“, räumt Ralph Marschner auf „Glocke“-Nachfrage ein. Dabei sei die Leinwand-Manufaktur, die in Münster und Freckenhorst ansässig sei, seit 30 Jahren auf dem Markt und biete hochwertige Motor- und Rahmenleinwände für den Heimkinobereich und Schulen an.

Und das weltweit und in Größen von 60 Zentimetern bis 22 Metern. Kunden habe er nicht nur in Zentralafrika, Australien und Neuseeland, so der Geschäftsführer. „Vor einigen Jahren haben wir sogar eine Leinwand in die Arktis-Forschungsstation geliefert“, sagt er.

Keine Massenware

„Wir produzieren keine Massenware“, nennt er das Geheimrezept für den Erfolg seines Unternehmens. Vielmehr werde alles passgenau nach Wunsch gefertigt. „Die Kunden schicken ein Foto und nennen die Maße“, erklärt er den Ablauf. Daraufhin erstelle er ein Angebot für die Leinwand und meistens komme es zum Vertragsabschluss.

Besonders beliebt seien die Produkte bei „echten Heimkino-Freaks“ in Amerika und Asien. „Die legen Wert auf Qualität und wollen eine eigens für sie gefertigte Leinwand haben.“ Aktuell beschäftigt das Unternehmen Ralph Marschner Vertrieb acht Festangestellte.

Kreativität im Blut

Aus der eigenen Familie zur Seite steht Marschner sein 21-jähriger Sohn Felix. „Der andere ist noch zu klein“, ergänzt der Firmenchef. Kreativität liege ihm im Blut, nennt Marschner seinen Antrieb für immer neue Projekte.

Das gelte auch für den neuen Infektions- und Spuckschutz. Provisorisch aufgestellte Transparentwände gebe es längst, sagt er und weist auf aktuelle Schutzmaßnahmen an vielen Einkaufskassen hin. Doch sein System sei flexibel einsetzbar.

Gesteuert wird es per Schalter, Fernbedienung oder zeitgemäß per App. „Und das Schöne daran ist, wenn wir alle die Krise überwunden haben, können Kunden die Schutzschirme gegen Projektionstücher tauschen lassen“, sagt Marschner.

Nachhaltigkeit im Blick

Quasi nebenbei sei damit sogar noch der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Idee mit aufgenommen worden. Und mit Blick auf Corona sagt er: „Es freut uns, dass wir in dieser Mist-Krise einen Beitrag zum Infektionsschutz beisteuern und Menschen vor der Gefahr beschützen können.“

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