Photovoltaik: Miete für Stadt-Dächer?
Bild: Wild
Auf öffentlichen Gebäuden – hier die Hauptschule Hinter den drei Brücken – gibt es eine Reihe von Photovoltaikanlagen. Die Stadt stellt privaten Investoren die Flächen kostenfrei zur Verfügung.
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Die FWG-Fraktion im Rat hat einen Antrag eingebracht, durch die Verwaltung klären lassen, ob die von der Stadt für die Installation von PV-Anlagen bereitgestellten Dachflächen weiterhin kostenfrei genutzt werden dürfen oder den privaten Investoren eine Miete abgeknöpft werden sollte.

Nutzung bislang mietfrei

Laut Informationen der Stadt werden durch private Anlagen auf öffentlichen Gebäuden bei einer Spitzenleistung von 157 Kilowatt Peak (kWp) jährlich über 150000 Kilowattstunden Strom gewonnen und ins Stromnetz eingespeist. Die meisten städtischen Dachflächen wurden für 20 Jahre kostenlos für private PV-Anlagenbetreiber zur Verfügung gestellt. Nur für eine der Anlagen wird derzeit Miete gezahlt (zwei Euro pro Kilowatt Peak), was unter dem Strich lediglich 20 Euro pro Jahr in die Stadtkasse bringt, während der Eigentümer im Schnitt mehr als 3800 Euro Einspeisevergütung von der RWE erhalten dürfte. So gerechnet, ist aus Sicht Nikelewskis die Miete „unverhältnismäßig“ gering – vor allem, wenn man bedenke, dass andere Gewerbetreibende für andere Zwecke viel mehr berappten. So zahlen Gastronomen für die Nutzung von Flächen für Außenbewirtung pro Quadratmeter drei Euro – und zwar im Monat.

Gut in Solarbundesliga

Insgesamt stehen die Warendorfer der Stromerzeugung durch PV-Anlagen sehr positiv gegenüber. Laut „Solarbundesliga“ liegt Warendorf in der Kategorie der Mittelstädte bundesweit zurzeit mit einer Jahresproduktion von 434,7 Watt pro Einwohner auf Platz 21, in NRW auf Rang vier. Und im Kreis Warendorf hat die Stadt vor Ahlen (201,2) den „Platz an der Sonne“. Wie Günther Hagedorn vom Bauamt der Stadt der „Glocke“ mitteilte, gibt es gut 700 PV-Anlagen im Stadtgebiet, davon vier mit einer Leistung von mehr als 260 kw/p.

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