Plattform „schulbistum“ geht viral
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Das Lernmanagementsystem des Bistums (“schulbistum“) nutzt Lehrer Jan Schürmeyer von der Bischöfliche Realschule in Warendorf schon länger - und in diesen Tagen besonders intensiv.
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Bei Lehrern und Schülern der „Bischöflichen“ laufen in diesen Tagen die Computer und mobilen Endgeräte auf Hochtouren. Der Unterricht geht weiter – eben digital. Ermöglicht wird das durch die Plattform „schulbistum“ des Bistums Münster. „Damit arbeiten wir schon seit einigen Jahren, und das macht sich jetzt bezahlt“, erklärt Jan Schürmeyer: „Der Schulbetrieb kann so auch in diesen Zeiten weiterlaufen.“

Digitales Lernen auch für die Jüngsten

 

Hintergrund

Schon lange vor der Corona-Krise war das Bistum Münster als Träger von 32 Schulen visionär unterwegs. „Der Gedanke war es, pädagogische Aktivitäten zu vernetzen – auch schulübergreifend – das Lernen mit digitalen Medien zu fördern und teamorientiertes Arbeiten zu unterstützen“, erklärt Judith Henke-Imgrund aus der Abteilung Katholische Schulen im Bischöflichen Generalvikariat (BGV). Bereits 2012 ging die Lernplattform „schulbistum“ an den Start, seit 2013 wird sie von allen Bistumsschulen genutzt. „Wir waren in Nordrhein-Westfalen meines Wissens der erste Träger, der eine solche Plattform flächendeckend für seine Schulen angeboten hat“, weiß die Fachfrau.

Der Lehrer für Mathematik, Sport und Politik bietet mit zwei Kollegen die „Medienscout AG“ an, bei der schon die Fünftklässler in das digitale Lernsystem eingewiesen werden. „So werden auch die Jüngsten an unserer Schule mit dem digitalen Lernen vertraut gemacht“, erklärt er.

Unterricht, Aufgaben, Projekte, Wochenpläne, Werkstattarbeit – all das ist bei „schulbistum“ möglich. Jede Klasse hat in dem System ihren digitalen „Raum“, kommuniziert wird per Mail, Messenger oder Chat. Auch eine Konferenzfunktion ist seit kurzem verfügbar. Außerdem können Lehrende und Lernende Dateien bearbeiten und ablegen. Daneben besteht die Möglichkeit, Schultermine zu koordinieren sowie Geräte und Räume zu verwalten.

Die Lehrenden, die sich bisher mit der Bedienung des Programms schwertaten, wurden direkt nach der Schließung des Schulbetriebs von Schürmeyer und seinem Team per Fernschalte eingewiesen. „Learning by doing – der notgedrungene Umgang mit der Technik in dieser Zeit wirkt nachhaltiger als jede Fortbildung“, ist sich der Lehrer sicher.

Tipps für Tagesstruktur und Beschäftigung

Aus Gesprächen mit Eltern weiß Schürmeyer, dass jede Tagesstruktur und Beschäftigung willkommen ist. „Und weil auch das Fußballtraining oder das Turnen im Moment ausfällt, freuen sich die Schüler über solche Anregungen.“ Wichtig sei es, den direkten Kontakt zu ihnen zu halten. Denn die Wissensvermittlung in dieser Zeit, da ist Schürmeyer nach zwei Wochen überzeugt, funktioniert dank der virtuellen Plattform „schulbistum“ sehr gut.

„Corona-Chaos“ ist ausgeblieben

Das gilt auch für die anderen Schulen des Bistums, an denen das „Corona-Chaos“ aufgrund der etablierten Infrastruktur ausblieb. „Aus unserer Sicht ist die Umstellung des Präsenzunterrichts zum Unterricht in digitaler Form größtenteils reibungslos verlaufen“, berichtet die beim Bistum zuständige Ansprechpartnerin Judith Henke-Imgrund über die stark frequentierte Plattform: „In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Datenmenge nahezu verdoppelt“, beobachtet sie einen Trend. Verzögerung habe es anfangs einzig durch die technische Überlastung des Systems gegeben.

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