Platzverweis für Zirkustiere in Warendorf?
Archivbild: Bussieweke
Der bislang letzte weiße Tiger auf dem Lohwall: Im April vorigen Jahres gastierte der Moskauer Zirkus in Warendorf und präsentierte auch in einem Gehege auf dem Freigelände stolz seine Raubkatzen, begleitet von Protesten des Aktionsbündnisses Tierschutz. Sollte der Rat am 11. Juli das „Wildtierverbot“ beschließen, wird kein Zirkus mit solchen Nummern eine Auftrittserlaubnis mehr erhalten.
Archivbild: Bussieweke

Die sieben CDU-Politiker im Hauptausschuss sprachen sich gegen den Verwaltungsvorschlag aus, der von ebenfalls sieben Politikern – den Antragstellern SPD, von den Grünen, der FDP sowie Bürgermeister Axel Linke (CDU) – unterstützt wurde. Die FWG war aus formalen Gründen nicht abstimmungsberechtigt.

Menschengefährdung als Begründung

Mehr als ein Jahr nach der ersten Debatte im Rat legte die Verwaltung nunmehr einen neuen Beschlussvorschlag vor, der nach Aussage von Stadt-Justiziar Dr. Bernd Köster nunmehr rechtssicher sei. Denn kommunale Auftrittsverbote nur aus Tierschutzgründen waren bereits vor Gerichten als unzulässig erklärt worden. Daher gründet sich das jetzt für Warendorf geplante Verbot auf die Gefahr, die durch Haltung und Auftritt von Wildtieren für Menschen ausgehen kann.

Kommt es am 11. Juli zu dem Ratsbeschluss, werden sämtliche städtische Flächen nicht mehr Zirkusbetrieben und anderen Veranstaltern zur Verfügung gestellt, die gefährliche Wildtiere – als Beispiele werden „insbesondere Elefanten, Flußpferde, Giraffen, Bären, Großkatzen, Nashörner, Wölfe etc.“ genannt – mitführen.

CDU: „Typischer Gesinnungsantrag“

Während Vertreter von SPD und Grünen schon wegen der in der Regel nicht artgerechten Haltung der Tiere für das Verbot waren, geißelte CDU-Fraktionssprecher Ralph Perlewitz die SPD-Initiative als „typischen Gesinnungsantrag“, der nur Symbole bediene und Pluspunkte für die Partei bringen soll, aber keine konkrete Relevanz habe: „Ich habe noch nie gehört, dass hier in Warendorf jemand von einem Affen gebissen wurde.“

Der Schutz von Menschen sei eine „an den Haaren herbeigezogene Begründung“, sekundierte Fraktionskollege Frederik Büscher, der darauf verwies, dass Artenschutz Sache des Bundesgesetzgebers und nicht der Kommune sei. Fritz Otto-Erley (CDU) stellte die rhetorische und am Ende auch nicht beantwortete Frage, welche Gefährlichkeit für die Bevölkerung denn bitteschön in Warendorf von Giraffen ausgehe? Bernhard Ossege (SPD) konterte, „vernünftig“ im Sinne des Tierwohls sei das Verbot in jedem Fall. 

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