Polizei-Einsätze wegen B64n-Bohrungen
Foto: Wild
Aufeinandertreffen von  Straßen NRW  und Warendorfer B 64n-Gegnern am Bohrloch: (v. l.) Manfred Ransmann, Hermann Erlemeyer, Sandra-Maria Beermann und Bernhard Kremann. 
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Aus Sicht der BVW-Leute, die sich als Interessenvertreter der Grundeigentümer vorstellten, hatte der Bohrtrupp einer Fremdfirma sich nicht an die vereinbarten Auflagen gehalten und vor der eigentlichen Probebohrung keinen 1,50 Meter tiefen Schacht ausgehoben, um zu überprüfen, ob unter der zum Bohren ausgesuchten Stelle Bodendrainage liegt.

Keine Personalien? Dann Foto!

Als sich die Arbeiter weigerten, den BVW-Vertretern ihre Personalien anzugeben, wurden sie von den Aktivisten fotografiert. Daraufhin riefen Arbeiter die Polizei zuhilfe, und neben den Streifenbeamten rückten dann kurz vor Feierabend auch Vertreter des Landesbetriebs „Straßen NRW“ aus, um vor Ort zu schlichten.

Das gelang allerdings höchstens den Polizisten, die BVW-Sprecher Bernhard Kremann belehrten, dass er die gemachten Fotos löschen und nicht veröffentlichen dürfe. Gegen die Persönlichkeitsrechte der Fotografierten zu verstoßen, wäre eine Straftat.

Zweiter Polizeieinsatz folgt

Danach verließen die Beamten den Ort des Geschehens, um kurz darauf erneut gerufen zu werden. Diesmal von den B 64n-Gegnern, die in der Nähe ein nicht abgedecktes Bohrloch entdeckten, das eine Gefahr für Spaziergänger, Tiere und vor allem Reiter zu Pferde darstelle, wie Hermann Erlemeyer gegenüber der „Glocke“ sagte.

Nicht schlichten konnten Manfred Ransmann, Leiter der Münsterland-Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW, und seine Pressesprecherin Sandra-Maria Beermann in der Sache. Während die BVW-Vertreter auf eine schriftliche „Vereinbarung“ mit Straßen NRW verwiesen, nach der bei jedem Bohrloch zuvor eine Sondierungsgrabung gemacht werden müsse, interpretierte der beauftragende Landesbetrieb das anders. Nur wenn die zuvor ordnungsgemäß benachrichtigten Grundeigentümer ausdrücklich auf in der Nähe der geplanten Bohrlöcher verlegte Drainagerohre hingewiesen hätten, sollen Sondierungsgrabungen gemacht werden.

Jeder Acker heutzutage drainiert?

Grundeigentümer Hermann Erlemeyer räumte ein, darauf nicht hingewiesen zu haben, findet das aber auch nicht notwendig: Heute sei unter jedem Acker Drainage. Ergo müsse bei allen Bohrlöchern zuvor ausgeschachtet werden. Einig wurden sich beide Parteien nicht. Laut Sandra-Maria Beermann gibt es allein im Bereich Warendorf und Freckenhorst 160 Stellen, an denen gebohrt werden soll. Dass alle landwirtschaftichen Flächen durchgehend drainiert sein sollen, sei dem Landesbetrieb nicht bekannt.

Was das gemeldete nicht abgedeckte Loch in der Nähe angehe, werde sich der zuständige Bohrtrupp um die Abdeckung oder Verfüllung sofort kümmern, sagte Beermann am Freitagabend auf „Glocke-Nachfrage. 20 Zentimeter Durchmesser, wie die BVW-Akivisten behaupten, hätten diese Löcher aber nicht, sondern nur rund acht. Auch da gehen die subjektiven Eindrücke und Bewertungen offenbar auseinander.

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