Publikum im TaW liebt „Almanya“
Bild: Andreas Poschmann
Halime Öztürk (Hülya Kilic-Aslan, l.) hat für die Reise in die Heimat Weichspüler als Geschenk eingekauft. Tochter Zeynep (Görkem Kiraz) und und Ali Öztürk (Murat Isboga) sind nicht wirklich begeistert davon.
Bild: Andreas Poschmann

Und dann lernt er noch seine neue deutsche Nachbarin kennen, Ulrike Müller, die dann ausgerechnet auch noch seine Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt ist.

Das „Theater Halber Apfel“ aus Lüdenscheid hat im Paul-Schallück-Saal des Theaters am Wall gastiert. Bereits im vergangenen Jahr standen der Gründer des Ensembles, Regisseur und Drehbuchautor Murat Isboga und seine Gruppe, mit dem Stück „Stefanie integriert die Öztürks“ auf den Bühnenbrettern des TaW. Nun gab es mit „Almanya ich liebe dich“ die Fortsetzung der herrlich schrägen Komödie, in der Isboga deutsche und türkische Eigenarten aufs kabarettistische Korn nimmt. Kaum ein Klischee, das Murat Isboga ausnimmt. Und selbst mit typisch münsterländischer Mundart nimmt er es auf, indem er sagt: „Wenn die Deutschen sich aufregen, sagen die immer kerr, kerr, kerr.“ Immer wieder macht er sich über die deutsche Gründlichkeit lustig, doch auch türkische Besonderheiten werden in dem Bühnenstück einer kritischen Betrachtung unterzogen. „Schleimbeutelenzündüünk ist eine türkische Krankheit, verstehst Du. Ihr Deutschen habt Grippe oder so, wir haben Schleimbeutelenzündüünk.“

Bei allem Witz gibt sich Isboga auch nachdenklich, als er Ali die Geschichte des Vaters, Gastarbeiter der ersten Generation, erzählen lässt. Drei Jahre hat er ihn nicht gesehen und möchte nun Versäumtes nachholen. „Ich werde mit ihm angeln gehen, wie wir es taten, als ich ein kleiner Junge war.“ Ein nächtlicher Anruf aus der Türkei macht seinen Wunsch jäh zunichte: Sein Vater ist gestorben. Das Ende ist still: „Almanya ich liebe dich, mehr als du denkst und mehr, als ich dachte.“ Wie bereits der erste Teil der deutsch-türkischen Komödie, kam auch „Almanya ich liebe dich“ beim Publikum bestens an. Viele Zuschauer waren bereits von „Stefanie integriert die Öztürks“ begeistert. Das Interesse an der Fortsetzung war so groß, dass die Bestuhlung im großen Haus des TaW bei weitem nicht ausreichte

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