Puppendoktorin praktiziert in Warendorf
Bild: Feldhaus
Verkauft auch Puppenkleider: „Doktorin“ Gerda Bergmann hat ihre Klinik noch bis zum 6. Dezember (täglich ab 14 Uhr) im Rathaus in Warendorf geöffnet..
Bild: Feldhaus

Die Puppendoktorin aus Münster ist zum achten Mal beim Warendorfer Weihnachtswäldchen, um Puppen und Kuscheltiere zu behandeln – und die Nachfrage ist groß. Viele Besucher haben 50, 60, 70 oder gar 80 Jahre alte Puppen zuhause, die sie an ihre Kindheit, die Eltern oder Großeltern erinnern. Diese Spielzeuge haben vor allem einen ideellen Wert für die Besitzer.

So ergeht es auch Heidi Latzke. „Ich habe die Puppen zu Weihnachten geschenkt bekommen. So etwas wirft man nicht weg“, sagt sie. Ihre „Bärbel“, die Hersteller Schildkröt im Original „Ina“ genannt hatte, überlässt Latzke deshalb Gerda Bergmann zwecks Behandlung. Die wird dem Mädchen aus Plastik und einer dunkelhäutigen Jungenpuppe neue Gummizüge verpassen.

Währenddessen hält Hobby-Puppendoktorin Monika Wissmann eine Baby Born in der Hand. An der Armbeuge der Puppe trocknet weißer Zweikomponentenspachtel. Dieser Körperteil war abgebrochen, in der Puppenklinik wird er wieder ganz. Wissmann: „Später wird noch einmal gespachtelt und dann coloriert.“

Es ist eine der aufwändigeren Reparaturen, die im Rathaus erledigt werden. Stoffkörper, die neu gestopft werden müssen, und Knöpfe, die wieder angenäht werden, gehen weitaus schneller. Es gibt aber auch Fälle, die ambulant gar nicht zu machen sind. „Diese Puppen nehme ich mit nach Münster und versorge sie stationär“, sagt Bergmann und lächelt.

In Münster sucht die Puppendoktorin, die freiberuflich arbeitet, einen Nachfolger, demnächst will sie sich zur Ruhe setzen. Doch bislang wollte niemand ihr Geschäft übernehmen. Die Chance, in Warendorf zur Puppenklinik zu gehen, besteht noch bis einschließlich 6. Dezember täglich ab 14 Uhr.

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