Rathaus-Echo: FDP-Fraktion
Im Warendorfer Rathaus-Echo äußern sich die fünf Ratsfraktionen wöchentlich zu aktuellen Themen.

In zwei Ausschusssitzungen ist über Baumstandorte im öffentlichen Verkehrsraum – Bürgersteige beziehungsweise Fahrradwege – beraten worden. Diese können in zweierlei Hinsicht problematisch sein, sowohl in Hinblick auf das Laub als auch auf das Wurzelwerk. Zu beiden Teilen erhalten die Verwaltung und auch wir politisch Aktiven immer wieder Beschwerden der Anwohner. Besonders ältere Menschen beschweren sich über das viele Laub im Herbst. Die Biotonne reicht nicht, zu viel Laub im Kompost geht auch nicht. Da muss so mancher eine Hilfskraft bestellen, die für den Abtransport sorgt. Neulich sagte mir eine ältere Dame, die von großen Bäumen an einer Straße betroffen ist: „Ich werde das Haus wohl verkaufen müssen – das mit dem Laub wird mir zu viel.“

Die Wurzeln im Boden sind an einigen Stellen tickende Zeitbomben. In manchen Abschnitten liegen Ferngasleitungen direkt unter den Bäumen. Dort sind die Versorgungsleitungen zum Teil 30 Jahre oder älter und mit Bitumen ummantelt. Das ist fürs Wurzelwerk ein „gefundenes Fressen“, sagen Fachleute. Daneben verlaufen Stromleitungen. Es kann sich jeder vorstellen, wie behutsam man dort das Wurzelwerk ausgraben muss! Daher auch die hohen Kosten, weil man dort mit einer Fräse dem Wurzelwerk nicht zu Leibe rücken kann. Im Grünen Grund sind die Bäume, die direkt die Gasleitung angegriffen haben, schon weg. An manchen Stellen, wo es der Abstand zur Versorgungsleitung zuließ, sind neue Bäume gepflanzt worden. Im Jahr 2011 wurde vom Land die Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen auf Grundstücken verordnet. Es hieß: „Sind die Leitungen wirklich dicht?“ Diese Pflicht wurde inzwischen wieder aufgehoben. An den betroffenen Straßen gibt es allerdings eine Parallele; die Wurzeln der großen Bäume haben mit ziemlicher Sicherheit auch Abflussrohre durchbohrt. Folglich ist hier auch die Stadt in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass nicht aus undichten Stellen Abwasser in Boden und Grundwasser gelangen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Stadtverwaltung bei Beginn der Arbeiten die Gelegenheit nutzt und jeweils die anliegenden Grundstückseigentümer anspricht, ob die Versorgungsschächte zwischen Haus und Bürgersteig freigelegt sind. Falls das noch nicht der Fall ist, würde es sich anbieten, wenn im Vorgarten durch das Entfernen von Wurzeln sowieso gearbeitet wird. Wenn im Winter bei Frost ein Abfluss verstopft ist und der Hauseigentümer den Versorgungsschacht suchen muss, können die Kosten schnell in die Tausende gehen. Wir, die FDP-Fraktion, sehen die vorgeschlagenen Maßnahmen als notwendig an. Es besteht Handlungsbedarf: Eigentum verpflichtet. Und noch ein Vorschlag: Die Verwaltung sollte sich auch gebietsweise die Regeneinläufe anschauen, die meistens einseitig stark absacken und Stolperkanten darstellen. Man könnte gebietsweise vorgehen und zum Beispiel bei den vorgesehenen Straßen beginnen.

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