Rathaus-Echo: Klaus Aßhoff, Die Grünen
Bild: Wild

Im Warendorfer Rathaus-Echo haben die fünf Ratsfraktionen Gelegenheit, sich zu aktuellen politischen Fragen zu äußern.

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 Ferienanfang, Zeit zurückzuschauen. Von einigen, hier beispielhaft gegriffenen politischen Fragen nehmen wir ein paar Wochen Abstand, aber sie werden erhalten bleiben. Darunter solche, die wegen vieler Köpfe und Sinne schlecht vorankamen, andere sind Gegenstand von Streit um den besseren Weg.

Manche Debatten in der letzten Zeit würzte auch ein Hauch von Wahlkampf um die Nachfolge unseres scheidenden Bürgermeisters Jochen Walter. Insgesamt kann Warendorf auf Vieles stolz sein. Nicht nur auf eine im Großen und Ganzen erträgliche politische Streitkultur, sondern auch auf die Offenheit und das Engagement seiner Bürger.

Wer miterlebt, in welch vielfältiger Weise den Flüchtlingen geholfen wird und mit welchem Geschick und Fleiß die Verwaltung des Bereichs Soziales mehr und mehr Wohnungen beschafft, wird von einem großen Glück sprechen für unsere Stadt. Die Ratsgremien haben durch ihre Beschlüsse, übrigens nahezu immer einstimmig, buchstäblich Türen geöffnet, und die Vereine und Initiativen haben kreative Unterstützung geleistet. Beispielhaft seien hier die vielen Fahrräder genannt, die den Zugezogenen mehr Mobilität ermöglichen.

Der Streit um den Marktplatz dagegen bewegte sich im Kreis, und bei der Emsinsel geht es nicht recht voran. Während der Marktplatz uns nach den Ferien wieder so erwartet, wie wir ihn verlassen haben, muss man sich bei der Emsinsel Sorgen machen. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass Rat und Verwaltung aus der Sommerruhe einen Senkrechtstart vollführen müssen, um zu verhindern, dass uns dieses reizvolle Stückchen Warendorf entwunden wird. Haben Rat und Verwaltung alles an Vorsorge getan? Ich habe ein mulmiges Gefühl.

Und schließlich hat uns das Augustin-Wibbelt-Gymnasium in Aufregung versetzt, denn alle wollen diese Schule erhalten, obwohl zu viele Eltern der Siebtklässler das Angebot verwerfen. Wir erleben bei diesem Thema einen Tiefpunkt in dem sonst so berechenbaren Debattenstil. Da drosch die CDU im Schulausschuss auf die Verwaltung ein, die FDP verlangte ohne Plan eine „Umverteilung“ von Schülern, und beide unterstellten allen übrigen, sie hätten das AWG auf einem ideologischen Altar geopfert, als die Gesamtschule gegründet wurde.

So war’s in Wirklichkeit keineswegs, aber der Applaus von Schülern und einigen Lehrern war in der Hitze der Stunde denen sicher, die Simples sagten. Frau Birkhahn (CDU-MdL) fordert als „i-Tüpfelchen“ noch eine Ausnahme vom Schulgesetz fürs AWG, jedoch ohne einen christdemokratischen Gesetzentwurf. Bei diesem Thema müssten Rat, Verwaltung und Schulen es eigentlich besser können. Wir haben den typischen Fall einer Frage, die primär von der Basis her gelöst werden muss und kann.

Jetzt sind erst mal Ferien, das Thema bleibt uns erhalten und unser AWG wird das am Ende des Tages auch bleiben. Dafür allerdings müssen wir alle in Politik und Verwaltung, aber auch besonders die Schulleiter im Einzugsgebiet, noch mehr Teamplayer-Qualitäten zeigen. Gut erholt wird uns allen das besser gelingen.

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