Rathaus-Echo: Maria Wöstmann (Grüne)
Bild: Wild

m Warendorfer Rathaus-Echo haben die fünf Ratsfraktionen Gelegenheit, sich zu aktuellen politischen Fragen zu äußern.

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Was bedeutet es für mich, in der Politik mitzuarbeiten? Nach vier Jahren im Rat lasse ich Themen wie Konzessionsvertrag, Landesgartenschau oder die Verabschiedung des jährlichen Etats noch mal an meinem inneren Auge vorbei ziehen und denke auch an die vielen Begegnungen, die sich aus der Arbeit ergeben.

Noch immer sind wir Frauen im Rat unterrepräsentiert, doch ohne uns geht es nicht. Wir beleben die Arbeit nicht nur optisch durch „Farbenfroh statt Schwarz-Grau“, sondern oft genug durch unsere weibliche Sichtweise und Intuition. Unentbehrlich sind die Ratskolleginnen, die gut in der Bevölkerung verwurzelt sind, beharrlich auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr sowie übereilte und teure Planungen hinweisen oder die mutig einen Ausschuss leiten und dabei das Feuer manch eines Ratsmitglieds in Schach halten.

Unentbehrlich ist die Ratsfrau, die aufrichtig abwägt, die ihre Stimme in die Waagschale wirft, dabei aber an die Vorgaben der Verwaltung, die Absprachen in der Fraktion oder an die Wünsche der Wähler denken muss, um ein sinnvolles gerechtes Ergebnis zu erzielen. Unentbehrlich ist die Ratsfrau, die ständig unterwegs ist, um zu repräsentieren, mit Herzlichkeit Kontakte knüpft und offen ist für neue Situationen.

Unentbehrlich ist diejenige, die ihre Fraktion anführt und ihr Wissen einbringt. Erwarten wir Dank dafür, dass wir neben Familie und Beruf unsere Abende zur Verfügung stellen? Diese Frage stellt sich kaum, denn die Aufgabe steht im Vordergrund und nicht der Beifall. Nach dem Schwur auf die demokratische Verfassung habe ich als Ratsfrau schnell die Leitlinien der Partei, die sich aus dem Wählerauftrag ergeben, und die Absprachen innerhalb der Fraktion im Kopf.

Es gibt Tage, da möchte manch eine(r) alles sofort festzurren und an seinen (ihren) Prinzipien festhalten. Dann aber würde nichts mehr funktionieren. So ist jede Entscheidung wieder ein Abenteuer, das neu ausgelotet werden will. Ratsarbeit ist etwas für Menschen, die Spaß an einer gemeinsamen Vision, dem machtvollen Ringen um ein Gesamtergebnis haben und trotzdem viel Geduld und Verständnis für Verwaltungsvorgänge und demokratische Prozesse mitbringen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten stellt sich Freude darüber ein, dass ich eine Menge gelernt habe. Was uns als grüne Frauen zusätzlich motiviert, sind soziale und ökologische Projekte zur Verbesserung der Situation. Positiv sehe ich beispielsweise die Eröffnung der Schulmensa, die Fortschritte in der Ganztagsbetreuung und die Tagesklinik für Kinder in ihrem schönen Neubau, der mit dem Mariengymnasium gelungen farblich korrespondiert.

Maßnahmen zur Klimaschutzverbesserung wie die Renaturierung der Hessel in Milte und künftig vielleicht der Ems in Warendorf, der Bau eines Emskraftwerks, die Verbesserung des Radwegverkehrs, das integrierte Stadtentwicklungskonzept und das Ziel des Erhalts unserer Landschaft stehen neben vielen anderen Aufgaben noch an. Lassen Sie sich vom Virus der Politik infizieren. Meine Motivation wächst, wenn Sie uns unterstützen.

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