Rathaus-Echo: Michael Gierhake (SPD)
Bild: Wild

Im Warendorfer Rathaus-Echo haben die fünf Ratsfraktionen Gelegenheit, sich zu aktuellen politischen Fragen zu äußern.

Bild: Wild

Dieses Mal greife ich ein Thema auf, das noch vor Jahren zu einem riesigen Aufschrei geführt hat, als gegen großen Widerstand die Papiertonne eingeführt wurde. Für das Jahr 2016 plant die AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft) die Einführung einer weiteren kreiseinheitlichen Wertstofftonne, die die oft gehassten gelben Säcke ablösen soll. Voraussetzung dafür ist, dass alle Städte und Gemeinden des Kreises Warendorfs dem zustimmen.

Statt der platzsparenden gelben Säcken hätte damit fast jeder Haushalt eine weitere Tonne im Garten oder sonst wo stehen. Seit April 2014 werden auf Kreis- und Bürgermeisterebene konkrete Pläne zur Einführung der Wertstofftonne geschmiedet.

Ich bin jedoch der Meinung, dass die Nachteile überwiegen, und ich persönlich lehne die Einführung ab. Die Mehrheit der SPD-Fraktion sieht das genauso. Es gibt zwar mit Sicherheit viele gute Gründe für die Einführung der Wertstofftonne. Mir widerstreben jedoch die zusätzlichen Kosten. Die Wertstofftonne würde umgerechnet circa 1,84 Euro pro Einwohner im Jahr kosten, bei einer Behältergröße von 240 Litern und vierwöchiger Abfuhr. Es kann jedoch nicht sein, dass bei jedem Einkauf für den grünen Punkt bezahlt werden muss und in Zukunft für die Wertstofftonne nochmal Kosten entstehen.

Nicht unerheblich ist außerdem das Stellplatzproblem. Gerade in der Warendorfer Altstadt und in Kernbereichen anderer Orte wird das zu erheblichen Problemen führen. Wenn man bedenkt, dass diese zusätzliche Tonne nur alle vier Wochen geleert werden soll, dürfte gerade im Sommer eine nicht unerhebliche Geruchsbelastung eintreten und ein Madenbefall nicht ausbleiben. Der Vorschlag, dann sollten die Tonnen alle zwei Wochen abgeholt werden (das koste dann halt das Doppelte) ist keine Alternative. Denn diese Regelung würde das Dreifache (kalkuliert sind 5,69 Euro) kosten.

Zudem weist die AWG ausdrücklich darauf hin, dass es auch noch wesentlich teurer werden könnte. Bedacht werden muss außerdem, dass eine junge Familie mit Kindern einen wesentlich höheren Bedarf haben wird als ein Haushalt mit ein oder zwei Personen. Der Mehrfamilienhaushalt bezahlt jedoch schon mehr für den grünen Punkt. Er soll dann auch noch für eine weitere Tonne aufkommen? Das darf nicht sein.

Diese Mehrkosten gerecht aufzuteilen, dürfte sich als äußerst schwierig gestalten. Die Möglichkeit, dass sich mehrere Haushalte eine Tonne teilen, könnte sich ebenfalls als äußerst problematisch erweisen. Denn schon bei der Biotonne, bei der eine Befreiung möglich ist, muss festgestellt werden, dass gerade in Randgebieten von Städten und Gemeinden Grünabfälle in unmittelbarer Nähe zum Grundstück entsorgt werden. Die Säuberung dieser wilden Entsorgung kostet allein 2014 die Stadt 6000 Euro mehr. Das ist Geld, das die Allgemeinheit aufzubringen hat.

SOCIAL BOOKMARKS