Rathaus-Echo: Sebastian Scharf, FWG
Sebastian Scharf, FWG-Fraktion

Unsere Klimapolitik nimmt den Klimawandel immer noch nicht ernst genug. Greta Thunberg hat unlängst die EU Klimaschutzpläne als zu lasch kritisiert. Die schwedische Klimaaktivistin monierte vor allem die viel zu langfristigen Ziele der Europäischen Union.

Die deutschen Ziele werden von den von der Bundesregierung beauftragten Experten ebenfalls vernichtend kritisiert. Doch was kann Warendorf machen? Die FWG meint: „Wenn die Großen sich nicht einigen können, müssen die Kleinen als Vorbilder vorangehen.“ Ganz nach dem Motto „Global denken, lokal handeln“ müssen wir die Probleme vor Ort klären.

Zum Teil ist Warendorf schon auf einem guten Weg. Das Baugebiet „In de Brinke“ zum Beispiel. Dort soll die Wärmeversorgung durch Wärmepumpen zu 100 Prozent klimaneutral werden. Da die Häuser aber auch Strom benötigen, muss dieser natürlich aus regenerativen Quellen stammen. Das wäre in Warendorf vor allem die Windkraft. Doch da hat die Landesregierung auf die Bremse getreten, so dass der Ausbau ins Stocken geraten ist. Hier hat Warendorf sich schon bewegt und passt die planerischen Grundlagen an die aktuelle Situation an.

 Dabei geht es unserer Meinung nach nicht, dass man die Anwohner übergeht. Verteufeln sollte man neue Anlagen aber auch nicht, denn ohne diesen Energieträger schaffen wir die Wende sicher nicht. Auch beim Thema Neubauten sind schon gute Ansätze zu erkennen. Die neue Sporthalle in Freckenhorst soll klimaneutral gebaut werden. Auch wenn es sich hierbei nur um eine rechnerische Neutralität handelt, ist der Weg prinzipiell der richtige. Bei weiteren Neubauten, welche die Stadt in Auftrag gibt, muss man diesen Aspekt berücksichtigen. Auch wäre es denkbar, die Emsinsel klimaneutral zu bebauen.

 In einem anderen Bereich ist weder Deutschland noch Warendorf gut aufgestellt. Im Bereich Verkehr müssen wir umdenken lernen. Das fängt im Kleinen an – zum Beispiel kurze Wege mit dem Rad und nach Münster mit dem Bus oder der Bahn statt mit dem Auto. Dafür müssen endlich mehr und bessere Radwege gebaut werden. Doch der Radweg zwischen Freckenhorst und Warendorf scheitert an der fehlenden Bereitschaft der Eigentümer, dafür Land an die Stadt zu verkaufen. Bei Bus und Bahn bedarf es einer besseren Taktung und attraktiveren Preisen, damit mehr Menschen in die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Auch hier besteht Handlungsbedarf.

Bus und Bahn aus Münster fahren zur gleichen Zeit, und dann wieder eine Stunde nicht. Kommt man am Bahnhof an, gibt es keine Busverbindung in die Ortsteile. Hier könnte ein Pilotprojekt mit einem autonom fahrenden Elektrobus Abhilfe schaffen. Und der Preis einer Tageskarte steht in keinem Verhältnis zur angebotenen Leistung. Ebenfalls umdenken müssen wir beim Straßenbau.

Wo eine Stadtstraße Nord für den innerstädtischen Verkehr absolut notwendig ist, wirkt eine B 64n, die nur noch mehr Verkehr anzieht, wie ein Relikt aus einer längst vergessenen Zeit.

Und fest steht auch, dass im Jahre 2020 ein neuer oder alter Bürgermeister in Warendorf dieses Fossil mit allen Mitteln verhindern muss

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