Rathaus-Echo: Sebastian Scharf, FWG

Im Warendorfer Rathaus-Echo haben die fünf Ratsfraktionen Gelegenheit, sich zu aktuellen politischen Fragen zu äußern.

Bei der Imagekampagne der Stadt werden die Vorzüge Warendorfs gesucht. Ich denke dabei zum Beispiel an die schöne Münsterländer Parklandschaft, in der unser Warendorf liegt. Das war auch ein wichtiger Grund, warum ich damals nach Warendorf gezogen bin. Doch genau diese Natur soll massiv zerstört werden, denn nun ist es raus, die B64n soll keine Ortsumgehung für Warendorf werden, sondern eine dreispurige Schnellstraße zwischen Münster und Bielefeld. Der Unterschied ist: Bei einer Ortsumgehung geht es vor allem darum, den Ort zu entlasten und ihn sinnvoll an die Umgehungsstraße anzubinden. Bei der geplanten B 64n steht vor allem der Transitverkehr im Fokus. Jeder kann es auf den von Straßen NRW veröffentlichen Bildern sehen. Nein, wirklich sehen kann man es nicht, da die Bilder extra klein und in Graugrün gehalten wurden, damit keiner die gigantischen Ausmaße der Straße erkennen kann. Wer will diese Straße überhaupt? Ich denke, hier wollen sich Einzelne ein Denkmal setzen. Und wer braucht diese Straße, deren Pläne aus dem jüngsten Jahrtausend stammen und kein bisschen nachhaltig sind? Müssen wir beim Verkehr nicht umdenken? Sollte nicht lieber die Bahnstrecke zweigleisig ausgebaut werden? Das wäre sicherlich günstiger und weniger invasiv für die Natur. Klar ist doch wohl, wer Straßen säht, wird Verkehr ernten. Soll dieser Lindwurm wirklich unsere schöne Landschaft zerschneiden, Höfe zerstören und den Süden Warendorfs mit Lärm überziehen? Die Befürworter argumentieren vor allem mit der Wirtschaft, die profitieren wird. Aber hat nicht vor kurzem ein großes Unternehmen in Warendorf ein Grundstück erworben trotz der fehlenden B64n? Auch haben sich unlängst viele Unternehmen aus Warendorf negativ über die Pläne geäußert. Die Verkehrszahlen sinken laut Gutachten und warten wir doch erst einmal ab, wie sich die Verkehrsströme entwickeln, wenn die Stadtstraße Nord und die A33 fertiggestellt sind. Vielleicht sinken die Verkehrszahlen dann noch weiter. Die Entscheider machen sich viel zu wenig Gedanken über Alternativen. Hat sich mal jemand ernsthaft über eine bessere Ampelschaltung in Warendorf Gedanken gemacht? Straßen NRW wirbt damit, dass in Warendorf die B64 nach dem Neubau mehr Platz für Fahrräder bietet. Diese dann immer noch wichtige Verkehrsachse soll auf einmal fahrradfreundlich werden? Über die Nachteile für Warendorf schweigt Straßen NRW und was könnte man alles sinnvolles mit den Millionen anfangen? Es kann nicht sein, dass in Düsseldorf entschieden wird und wir nicht mitreden dürfen. Jeder sollte sich bei den Veranstaltungen von Dialog Basis informieren, kritische Fragen stellen und sich seiner Verantwortung bewusst sein, die er trägt, wenn er dieses Monstrum nicht verhindert. Der Rat, also auch CDU und FDP, sollte ein Zeichen gegen diesen Gigantismus setzen. Die FWG ist dabei und wer diese Straße auch nicht will, kann uns dabei tatkräftig unterstützen. Damit wir uns nicht am Ende verwundert die Augen reiben, wenn unsere schöne Natur unwiederbringlich zerstört wurde

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