Rentner sitzt im Bürgermeistersessel
Bild: Gabi Wild
Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter -hier bei der Eröffnung der Ausstellung des Karikaturisten Peter Menne im Rathaus - wird am 31. August 65 Jahre alt.
Bild: Gabi Wild

Im September hat er erstmals Anspruch auf eine Altersrente, resultierend aus mehr als drei Jahrzehnten Berufstätigkeit vor der Wahl zum Bürgermeister. 1972 war der Diplom-Volkswirt nach dem Studium ins Berufsleben eingestiegen, war seit 1977 bei der Westdeutschen Landesbank, zuletzt als Bankdirektor, tätig, ehe er sich 2004 für den Kommunalwahlkampf freistellen ließ. Er sei demnächst halt ein Rentner, der noch voll berufstätig und finanziell unabhängig ist, umschreibt der „Beamte auf Zeit“ die neue Lebenssituation.

Schon sieben Amtsjahre

Immerhin hat er in seinem neuen Beruf „Bürgermeister“ schon sieben Amtsjahre hinter sich: „Und die sind schneller vergangen, als ich das für möglich gehalten hatte.“ Seine bis Herbst 2015 laufende Wahlperiode verkürzen will der Neu-Rentner nicht. Und eine theoretisch auch mit 69 Jahren mögliche dritte Kandidatur? „Ist nicht geplant“, sagt er. Die Dinge, die er sich vorgenommen hat, will er gemeinsam mit Rat und Verwaltung bis dahin erledigt haben.

Wichtige Entscheidungen

Aktuell gelte es, die Entscheidungen zur Neuordnung der Schullandschaft für die Sekundarstufe I zu treffen. Ob sich der Verwaltungsvorschlag, eine Gesamtschule zu errichten, umsetzen lässt, vermag er vor dem Hintergrund des Schulkompromisses auf Landesebene („Sekundarschule“) nicht zu prognostizieren. Die zweite wichtige Weichenstellung im Herbst 2011 betrifft die Vergabe der Stromkonzession. Er hofft, dass der Rat eine Entscheidung trifft, ohne dass es zu einem Bürgerentscheid kommen muss. Es gelte, einen politische Entscheidung über eine strategische Partnerschaft mit einer Zukunftsperspektive für die nächsten 20 Jahre zu treffen.

Pläne auch ohne LGS

Ein Programm für mehrere Jahre ist auch die Umsetzung zumindest eines Teils dessen, was für den Fall des Zuschlags zur Ausrichtung einer Landesgartenschau 2017 geplant war. Emsseepark verbessern, ein Stadtentwicklungsprogramm für die Altstadt, Überplanung des Brinkhaus-Geländes und weitere Attraktivierung der Ortsteile seien die Schlagworte. Dass das alles unter finanziell sich weiter verschlechternden Rahmenbedingungen gestemmt werden müsse, mache das Vorhaben, die lebens- und liebenswürdige Stadt zukunftsfähig zu gestalten, nicht gerade leichter. Aber leicht haben wollte er es ja nicht. Sonst wäre er nämlich ab sofort nur Rentner.

Lesen Sie dazu auch ein Interview in der „Glocke“-Ausgabe vom 31. August.

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