Rentner studiert an der Universität
Bild: Niehoff

Die Freizeit mit Lernstoff füllen: Werner Bollmann besucht die Uni Münster im Rahmen des Programms „Studium im Alter“.

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Im Ruhestand nach Mallorca ziehen, Kaffeefahrten oder Radtouren machen – ungefähr so sieht bei vielen angehenden Rentnern die Zukunftsplanung aus. Werner Bollmann hat jedoch eine andere Vorstellung von der Rentenzeit. Der Diplom-Finanzwirt machte sich bereits frühzeitig vor Beginn seines Ruhestands im Jahr 2013 intensive Gedanken über Aktivitäten im Alter. Außer regelmäßigem Sport sei ihm dabei geistige Beschäftigung wichtig gewesen. „Ich wollte nicht zu den Senioren gehören, die sich nur unterhalten lassen“, erzählt er.

Als Schöffe Erfahrungen fürs Studium gesammelt

Von dem Programm „Studium im Alter“ und dem Zertifikatsstudium „Bürgerliches Engagement in Wissenschaft und Praxis“ der Universität Münster habe er durch einen Infokatalog erfahren. Das Zertifikatsstudium vermittelt Wissen über die aktuellen Entwicklungen des bürgerschaftlichen Engagements sowie die dazugehörigen wissenschaftlichen Grundlagen. Die Studierenden sollen lernen, persönliche Erfahrungen im Ehrenamt mit dem Erlernten zu verknüpfen.

Für Bollmann stellte das Studium die passende Wahl dar: Bereits vor dem Ruhestand war er seit 2008 als Hilfs-Schöffe beim Jugendschöffengericht Warendorf ehrenamtlich tätig. Um nicht bis zum nächsten Wintersemester warten zu müssen, nahm er das Studium schon während der letzten beiden Wochen seines Berufslebens auf. An der Universität habe er sowohl theoretisch als auch praktisch arbeiten müssen, berichtet Bollmann. Zudem habe er Seminare besucht und am Ende eine Abschlussarbeit geschrieben. „Das Studium basiert auf Freiwilligkeit, trotzdem habe ich es immer als eine gewisse Verpflichtung empfunden“, sagt er.

Bollmann ist klar: „Ich bereue nichts.“

Nachdem Bollmann sein Studium abgeschlossen hatte, war für ihn klar: „Ich bereue nichts.“ Insbesondere das Knüpfen sozialer Kontakte sei eine positive Erfahrung gewesen, berichtet er. „Mit unserer Gruppe vom Studium treffen wir uns einmal im Semester – im Winter gerne zum Glühweintrinken.“ Mittlerweile besucht der Warendorfer verschiedene Vorlesungen, und zwar gemeinsam mit seiner Frau Monika. Auch eine Studienfahrt nach Brüssel ins EU-Parlament hat das Ehepaar schon gemacht. Des Studierens müde sei er auch nach zwölf Semestern noch nicht, denn: „Es gibt immer neue und aktuelle Themen, die mich interessieren.“

Vorlesungsverzeichnis jetzt erhältlich

Das neue Vorlesungsverzeichnis von „Studium im Alter“ für das Wintersemester 2019/20 an der Universität Münster ist jetzt erschienen. Es enthält alle wichtigen Informationen und ist ab sofort kostenfrei in der Buchhandlung Darpe erhältlich. Das Weiterbildungsangebot steht allen Interessierten offen. Erforderlich ist lediglich die Einschreibung als Gasthörer an der Universität Münster und die Zahlung der Gasthörergebühren von 125 Euro im Semester.

Eine Vernetzung von Uni und Region stellt das Zertifikatsstudium „Bürgerschaftliches Engagement in Wissenschaft und Praxis“ dar. Das Zertifikatsstudium erstreckt sich über vier Semester und beginnt jeweils zum Wintersemester eines Jahres. Das Besondere dieses Angebots: Als Teil ihres Studiums engagieren sich die Teilnehmer ehrenamtlich bei sich zu Hause, während sie an der Uni in Münster Wissen und Fähigkeiten für ihr bürgerschaftliches Engagement vertiefen und ihre Arbeit gemeinsam in einer Studiengruppe reflektieren können.

Am 30. September startet das Wintersemester

Das Studium richtet sich sowohl an Personen, die bereits bürgerschaftlich engagiert sind, als auch an solche, die noch nach einem Ehrenamt suchen. Eine Anmeldung für das Wintersemester 2019/20 ist bis zum 2. Oktober möglich. Eröffnet wird das Wintersemester am 30. September. Auf dem Programm stehen dann eine Informationsveranstaltung für Erstsemester, ein Uni-Rundgang sowie der Festvortrag von Prof. Dr. Christoph Scherber vom Institut für Landschaftsökologie zum Thema „Artensterben durch Menschenhand? Der Verlust biologischer Vielfalt und was wir dagegen tun können“.

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