Rodungsarbeiten am Haltepunkt beginnen
Bild: Fenneker
Noch fährt der Zug durch, bald hält er an dieser Stelle: Im Juni 2016 beginnen die Tiefbauarbeiten für den Haltepunkt Müssingen.
Bild: Fenneker

Viele Vertreter von Stadt Warendorf und der Bahn waren zum Abzweig der B 64 zu den Ortsteilen gekommen, um den Startschuss für das Projekt, das an dieser Stelle entsteht, zu geben. „Dies ist ein Tag großer Freude“, betonte Bürgermeister Jochen Walter bei einer seiner letzten Amtshandlungen. Schließlich habe es lang gedauert, bis aus Planungen nun Realität werden konnte. Über seine gesamte Amtszeit von elf Jahren sei er mit dem Thema befasst gewesen. Die Angabe zum Zeitraum konnte Alwin Wiggering, Vorsitzender des Bezirksausschusses Einen-Müssingen/Milte und des Stadtplanungsausschusses, noch toppen: „Wir kämpfen seit mehr als 30 Jahren für den Bahnhaltepunkt“, erinnerte er.

Die Tiefbauarbeiten für den künftigen Haltepunkt sollen Anfang Juni 2016 beginnen. Im November soll er schon in Betrieb genommen und zum Fahrplanwechsel im Dezember in den Fahrplan integriert werden. Gesichert wird alles mit einer Ampel, die dann den Verkehr auf der Kreuzung regelt.

Der Bahnsteig wird barrierefrei sein. Für die Reisenden entstehen Parkplätze für Autos und Fahrräder (Park & Ride und Bike & Ride). Dadurch werde der Haltepunkt sehr attraktiv und sorge für Entlastung des Straßenverkehrs, betonte Jochen Walter: „Es ist wichtig, dass die Menschen hier vor Ort schnell und unproblematisch Zugang finden zu den Bahnverbindungen nach Münster und Bielefeld.“

Eine Herausforderung für die Stadt war, an die erforderlichen Flächen zu kommen. Walter dankte der Bahn, dass sie zugestimmt habe, ihre zwei Projekte zu trennen – den Haltepunkt und die Schließung von unbeschrankten Bahnübergängen. Im Zuge der Erstellung des Haltepunkts werden nun zunächst zwei Übergänge, zu einem Privatweg und zu einem Feldweg, geschlossen.

Fledermäuse ziehen bei Dauerfrost in Bäume ein

Dass die Rodungsarbeiten jetzt schon stattfinden – Monate vor Beginn der Tiefbauarbeiten –, hat einen Grund: „Wir nutzen das Zeitfenster, in dem weder Vögel brüten noch Fledermäuse sich in den Bäumen aufhalten“, erläuterte Projektsteuerer Frank Kutzera von DB International. Bei Dauerfrost zögen die Tiere in Baumhöhlen ein. Deswegen war gestern auch Landschaftsökologin Janina Homberg vor Ort, um zu schauen, welche Bäume schon gefällt werden können.

Wie lange die Rodungsarbeiten dauern, konnte Matthias Heidler von DB Fahrzeugdienste somit auch noch nicht sagen. Insgesamt werde ein Streifen von 170 Metern Länge und etwa zehn Metern Breite gerodet. Der Weg verschiebt sich in den jetzigen Grünstreifen.

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