SC Hoetmar will auf die Überholspur
Alle wollen ihn: Kunstrasen ist bei den heimischen Fußballvereinen äußerst beliebt. Er ist auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen gut bespielbar und bietet im Vergleich zum Ascheplatz einen hohen Spielkomfort.

In der Sitzung des Bezirksausschusses Freckenhorst-Hoetmar am Dienstag im Freckenhorster Feuerwehrgerätehaus hatten Vereinsvertreter, allen voran Andreas Künnemeyer, die Gelegenheit, ihr Konzept vorzustellen. Die Grundidee: Der SC Hoetmar übernimmt die Rolle eines Unternehmens, um Steuern zu sparen. Die Baumaßnahme wird Angelegenheit des Vereins, der damit auch das Risiko trägt.

Mit ihren Vorstellungen zur Finanzierung des Kunstrasenplatzes haben die Vereinsvertreter bei den Mitgliedern des Bezirksausschusses Sympathien geerntet. Skeptisch stehen dem Vorhaben Beigeordneter Dr. Martin Thormann, Sachgebietsleiter Christoph Schmitz und Sportamtsleiter André Grenz von der Stadtverwaltung gegenüber. So wird beispielsweise in Frage gestellt, ob der Sportplatzbau – wie vom SC Hoetmar prognostiziert – tatsächlich für 450 000 Euro zu realisieren ist. Man rechne eher mit 600 000 Euro, erklärte Schmitz und verwies auf Erfahrungswerte, die beispielsweise beim Kunstrasenplatz-Bau unlängst in Freckenhorst gewonnen worden sind. Man habe ein Angebot für den Bau in Höhe von 384 000 Euro vorliegen, hielt Andreas Künnemeyer dem entgegen. An Eigenmitteln seien bereits 89 000 Euro vorhanden. Zudem habe man als Verein die Möglichkeit, äußerst günstige Kredite in Anspruch nehmen zu können. „Die Zeit drängt aber, da das Ende der zinsgünstigen Phase am Kreditmarkt von Experten prognostiziert wird“, mahnte der Hoetmarer an, den günstigen Moment für den Sportplatzbau nicht verstreichen zu lassen.

Man dürfe den Sportentwicklungsplan der Stadt Warendorf nicht aus dem Blick verlieren, erklärte Dr. Thormann und verwies darauf, dass es politischer Wille in der Emsstadt sei, Projekte aufgrund der Dringlichkeit in folgender Reihenfolge zu realisieren: Kabinenbau am Stadtstadion in Warendorf, Kunstrasenplatz in Müssingen, weiterer Kunstrasen für die WSU und dann erst der Sportplatz in Hoetmar.

Für das Golddorf würde die Einhaltung der Abfolge eine Fertigstellung des Kunstrasenplatzes – bedingt durch die Notwendigkeit zur Ansparung der Sportpauschale – nicht vor 2024 bedeuten. So lange aber möchten die Hoetmarer auf keinen Fall noch warten.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie am 16. November in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“

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