Sassenberger verursacht Softwarefehler
Bild: dpa
Der inzwischen offenbar behobene Fehler in der weltweit genutzten Verschlüsselungssoftware OpenSSL ist nach dessen eigenen Aussagen von dem in Sassenberg aufgewachsenen Dr. Robin Seggelmann, ehemals Schüler des Warendorfer Gymnasium Laurentianum, verursacht worden.
Bild: dpa

Inzwischen muss sich Dr. Seggelmann gegen Spekulationen über böswillige Motive wehren. Er habe bei seinen Arbeiten an einer Version der Software ein Detail „übersehen“, teilte der 31-jährige Programmierer, der im Jahr 2002 am Warendorfer Gymnasium Laurentianum sein Abitur abgelegt hatte, „Spiegel Online“ mit. Der Fehler sei an sich „trivial“, seine Auswirkungen aber „schwerwiegend“, räumte er ein.

Zuvor hatte der Programmierer, der inzwischen für die Deutsche Telekom („T Systems“) arbeitet, schon der australischen Zeitung „Sydney Morning Herald“ dargelegt, der Fehler sei ihm „unglücklicherweise“ unterlaufen. „Es war überhaupt nicht beabsichtigt“, zitierte das Blatt den gebürtigen Oelder.

Er hatte als Student der Fachhochschule Münster während seiner Promotion an einer Erweiterung von „OpenSSL“ mitgeschrieben und dabei den Fehler vor etwa zwei Jahren eingebaut. Auch ein Co-Autor hatte die Panne übersehen. Dr. Seggelmann, der Mitglied der Internet Engineering Task Force (IETF) ist, einer weltweit aktiven „Non-profit“-Gruppe, die das Ziel hat, das Internet besser zu machen, wehrt sich in Stellungnahmen gegen Spekulationen von Internetnutzern, er habe absichtlich eine sogenannte Hintertür eingebaut, um Daten von Nutzern auszulesen. Teils wird dem ehemaligen Laurentianer indirekt Nähe zu Geheimdiensten wie der amerikanischen NSA unterstellt. 

Der inzwischen durch viele Veröffentlichungen in der Programmiererszene bekannte Sassenberger war schon als Pennäler im Warendorfer Laurentianum, wo er in Informatiklehrer Harald M. Otto einen Förderer fand, als „Computerfreak“ bekannt.

Michael Tüxen, Professor an der Fachhochschule Münster im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, hat sich hinter seinen ehemaligen Studenten gestellt, der vier Jahre lang sein wissenschaftlicher Mitarbeiter war. „Er war sehr gut und hat sich nicht nur einmal mit dem OpenSSL-Code beschäftigt, sondern auch vorher schon Fehler korrigiert, deren Korrektur auch angenommen wurde“, hat Tüxen gegenüber dem Wall Street Journal Deutschland erklärt. „Es war ein klassischer Fehler. Er passiert vielen – meistens aber nicht mit solchen Konsequenzen.“ Dass Seggelmann den Fehler  absichtlich für Geheimdienste eingebaut haben könnte, ist für Tüxen „absurd“.

SOCIAL BOOKMARKS