Schüler wissen: Hund ist kein Spielzeug
Gemeinsamer Spaziergang mit Hund „Sam“: Julian, Julia, Therapiehunde-Führerin Pia Bengfort, Fiona und Immanuel.

Nach einem halben Jahr intensiver Beschäftigung in Theorie und Praxis mit dem „Mitgeschöpf Hund“ wurde ihnen von ihrer Lehrerin Jana Ruhe und Florian Symanzig, dem Leiter der Hundeschule Münsterland, der Hundeführerschein überreicht.

Darin wird den zehn- bis zwölfjährigen Schülern bestätigt, dass sie ein Grundwissen über das Wesen von Hunden und den Umgang mit diesen Tieren besitzen. „Die Kurse der Hunde-AG dauern ein halbes Jahr. Einmal in der Woche treffen wir uns, wobei ich die Kinder über alles für sie Interessante informiere. Dabei hilft mir mein Therapiebegleithund ‚Justus’, ein Australian Shepard, den ich meistens auch im Unterricht mit dabei habe“, erläuterte Lehrerin Jana Ruhe.

Dass „Justus“ die Kinder zu einem wesentlich besseren Sozialverhalten bringt, ist für Jana Ruhe unstrittig: „Die Kinder sind im Unterricht entspannter, rücksichtsvoller, achtsamer und hören besser zu.“ Das Angebot der Hunde-AG werde sehr gut angenommen: „Mehr als 100 Schüler haben sich zu dieser zum vierten Mal stattfindenden Arbeitsgemeinschaft beworben, leider konnte ich nur 17 Kinder nehmen“, bedauerte Jana Ruhe.

Mit einer intensiven Theorie-Einheit startete der Kursus nach den Sommerferien. Dabei standen Informationen über die Fütterung, Pflege, das Wesen und die Entwicklung der Hunde im Mittelpunkt. „Den Schülern wurde aber auch ganz deutlich gemacht, dass Hunde niemals ein Spielzeug oder Geschenk sein können, das man vernachlässigt, wenn man es nicht mehr braucht.“

Nach der Theorie folgte die Praxis: „Wir übten das Führen der Hunde mit und ohne Leine und die Kommandos, die man braucht, wenn man mit ihnen unterwegs ist.“ All das wurde bei der Prüfung am Mittwochnachmittag von den Profis der Hundeschule Münsterland abgefragt. Marion Verwohlt mit dem Airedale-Terrier „Oskar“, Pia Bengfort mit Mischling „Sam“, Wibke Heindorf mit dem Zwergrauhaardackel „Tilde“ und Julia Eggenkämper mit Mischling „Yuma“ sowie Hundeschulleiter Florian Symanzig waren aus Senden angereist, um die Kinder auf Herz und Nieren zu prüfen. Und die Tiere, die sonst als Begleithunde Freude in Kindergärten, Schulen und Altersheime bringen, machten ihre Sache ebenso gut wie ihre kindlichen Begleiter.

„Ich habe viel gelernt und bin richtig glücklich“

Stellvertretend für seine 16 Mitschüler, die den Kurs „Hunde-AG“ belegt hatten, berichtete der elfjährige Dominik-Gabor Soltesz von dem Kursus. Begeistert schilderte er der „Glocke“, wie toll alles gewesen sei: „Ich habe selbst einen Hund. Der heißt ‚Socke’ und ist ein Dackelmischling. Ich wollte unbedingt alles lernen, was man für eine richtige Hundehaltung und den richtigen Umgang mit Hunden braucht.“

Dabei sei die Hunde-AG sein absoluter Favorit vor der Fußball- und der Erste-Hilfe-AG gewesen. „Die Stimmung in der AG war richtig gut, alle waren kameradschaftlich und nett zueinander, so wie das eigentlich auch sonst sein sollte. Insbesondere die Themen Fütterung und was man macht, wenn ein Hund krank ist, haben mich interessiert.“

Aber auch der praktische Teil sei sehr interessant gewesen. „Ich habe unheimlich viel gelernt und bin richtig glücklich. Das habe ich alles Frau Ruhe zu verdanken“, sprudelte es nach Prüfungsende aus ihm heraus.

SOCIAL BOOKMARKS