Schützen im NRW-Landtag - Kritik an Bürokratie
Bild: Landtag NRW
Feierliche Atmosphäre: Vor dem NRW-Landtag in Düsseldorf haben 800 Schützen aus dem gesamten Land gestern auf Einladung von Landtagspräsident André Kuper aus Rietberg gemeinsam gefeiert. Mit dem Zapfenstreich und dem Abend wurden die Verdienste der Schützen gewürdigt.
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Den Abend zum Thema „Schützenbrauchtum NRW“ nutzten die Gäste auch für ernste Gespräche mit den Politikern. Denn die Vereine sehen sich immer mehr Bürokratie ausgesetzt.

Auflagen machen Vereinsleben schwer 

„Es gibt genug Auflagen und Gesetze, die uns das Vereinsleben schwerer machen“, sagt Mario Kleinemeier, Bezirksbundesmeister vom Bezirksverband Wiedenbrück im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, im Gespräch mit der „Glocke“. So würden die Waffengesetze für Schützenvereine beim Vogelschießen und beim Sportschießen immer weiter verschärft.

Ein Unding, sagt auch Gisela Sonnabend, Bezirksbundesmeisterin vom Bezirksverband Warendorf. „Es wird uns immer schwerer gemacht, etwa an Wettkämpfen auf dem Schießstand teilzunehmen“, kritisiert sie. Gewehre müssten unter anderem mit Zahlenschlössern gesichert werden. „Dabei lernen die Schützen bei uns schon von klein auf den verantwortungsvollen Umgang mit Waffen“, sagt sie.

Kleinemeier moniert darüber hinaus, dass zuletzt in einigen Orten die Beschwerde eines einzelnen Nachbarn gereicht habe, um ein Dorffest lahmzulegen: „Das kann es nicht sein.“ In diesem Zusammenhang gehe es ihm nicht nur um Schützenfeste, sondern um Veranstaltungen jeglicher Art.

Sicherheitskonzepte lassen Kosten für Feste dramatisch ansteigen

Auch die immer tiefer greifenden Sicherheitskonzepte, die mittlerweile für Feste gefordert würden, sind dem Wiedenbrücker Bezirksbundesmeister ein Dorn im Auge. „So etwas ist aufwendig und kostet eine Menge Geld. Das ist wirklich verrückt“, unterstreicht er.

Gisela Sonnabend ergänzt: „Wenn wir einen Umzug durch die Stadt planen, machen uns die Behörden die Hölle heiß.“

Froh darüber, dass politische Vertreter aus der Region nah am Thema sind

Mit Blick auf diese Probleme ist Kleinemeier froh, mit André Kuper als Landtagspräsidenten und Ralph Brinkhaus (CDU) als Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag zwei Männer aus der Region in wichtigen Ämtern in Land und Bund zu haben. „Die sind beide nah an der Basis, sind häufig auf heimischen Festen unterwegs. Die wissen, was bei uns läuft“, sagt Kleinemeier.

In der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ vom 10. Oktober 2018 gibt es zudem ein Interview mit Landtagspräsident André Kuper (CDU) aus Rietberg über die Bedeutung des Schützenwesens.

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