Schwerstarbeit bei 50 Grad Celsius 
Bild: Junker
Bei 35 Grad Celsius arbeiten die Textilreinigerinnen in der Wäscherei.  
Bild: Junker

In vielen Berufen Alltag im Hochsommer. Am Bügelbrett steht die Auszubildende Katharina Ken. Sie führt das bis zu 200 Grad heiße Bügeleisen über ein Hemd. Umgeben von Textilien, die die Wärme noch speichern, klettert das Thermometer dort auf fast 40 Grad Celsius. „Es ist schon ordentlich warm“, sagt die Inhaberin der Heißmangel, Annegret Springer, „aber wir sind das gewohnt.“

Sollten die heißen Temperaturen aber über mehrere Wochen anhalten, fangen die Angestellten bereits früh morgens um 6 Uhr an, wenn die Arbeitsbedingungen noch erträglich sind. Dafür wird dann eher Feierabend gemacht. „Irgendwann wird es dann doch einfach zu heiß und die Arbeit zu anstrengend“, erklärt Annegret Springer.

Mitleid der Kunden ist sicher

Ihre Kunden fühlen mit. „Was tun sie mir leid“: Oft hört die Inhaberin diesen Satz. Aber es nützt nichts, sagt die Inhaberin: „Unsere Klienten möchten saubere Textilien haben.“ Egal, wie hoch die Temperaturen steigen.

Ähnlich geht es den Dachdeckern Stephan Scheiwe und Michael Schmidt von der Firma Scheiwe. „In der Sonne haben wir auf dem Dach locker 45 Grad“, sagt Schmidt, während ihm der Schweiß vom Gesicht tropft und er mit einer Nagelpistole Bretter befestigt. Ohne Kopfbedeckung und Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 plus gehen die beiden Handwerker nicht auf das Dach.

Dort heizt die pralle Sonne das Holz auf und nicht einmal ein laues Lüftchen sorgt ansatzweise für Abkühlung. „Die Werkzeuge werden teilweise so heiß, dass wir sie mit bloßen Händen nicht mehr anfassen können“, erklärt Stephan Scheiwe. Heute soll die Dachpappe auf dem Flachdach installiert werden, mit einem Brenner, der bis zu 300 Grad heiß wird. „Damit zu arbeiten, ist nur morgens möglich. Ab mittags geht man hier oben ein“, sagt Schmidt, der am liebsten schon morgens um fünf den Brenner anwerfen würde: „Das machen aber leider die Nachbarn nicht mit.“

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