Sind Kneipengäste nachts zu laut?
Bild: Rath
Zahlreiche Gäste zieht das „Mr Ed’s“ an der Emsstraße vor allem freitags und samstags an. Nachbarn sind diese oft zu laut.
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„Seit das Mr. Ed’s dort eingezogen ist, ist freitags und samstags immer Halligalli, teils bis 4, 5 Uhr nachts“, sagt Anwohner Jörg Helms. Im Juli 2014 ist die Kneipe in die Immobilie an der Emsstraße 11 eingezogen, vorher befand sie sich an der Emsstraße 8, wo jetzt die „Alte Frieda“ ihre Türen öffnet. Problematisch sei einerseits die Musik, vor allem, da „Musikfetzen“ auf die Straße drängen, wenn die Tür immer wieder geöffnet werde. Das größere Problem seien aber die Besucher, die sich draußen vor der Tür lautstark unterhielten. „Selbst um 2 Uhr stehen da manchmal 20 Leute auf der Straße.“ Dagegen sei es bei den Gastronomien, die sich vorher dort befunden hätten (etwa das „Hinz und Kunz“) immer gegen Mitternacht ruhig gewesen. Seine Kinder hätten inzwischen ein Schlafproblem, sagt Helms. „Der Inhaber vom Mr. Ed’s hat ja versucht, die Situation zu verbessern“, sagt der Anwohner. „Aber er kann die Leute ja auch nicht zwingen, wieder reinzugehen.“

Auch Maria Schulze Johann vom Hotel Johann sieht das Hauptproblem in den Gästen, die vor der Tür stehen. „Der Lärm ist nicht zu ertragen“, sagt sie.

Für Ralf Friedrich, den Inhaber des Mr. Ed’s, sind einige der Vorhaltungen falsch. So seien etwa Personen, die nachts auf der Emsstraße lärmten, nicht notwendigerweise Gäste seiner Kneipe. Auch habe er zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den Kritikern entgegenzukommen. Denn: „Ich will keinen Ärger mit den Nachbarn.“ So ließ er die Musik herunterpegeln. „Die läuft jetzt nur noch auf 27 Prozent.“ Auch habe er für den Freitag und Samstag Türsteher engagiert, die darauf achteten, dass seine Gäste nicht zu sehr lärmten. Kürzlich schaffte er einen Bulli an, dessen Ladefläche die Raucher vor der Tür nun als Raucherraum nutzen könnten. Und: „Ich habe eine Lärmschutz-Schleuse eingebaut.“ Das ist ein Vorbau mit einer Glaswand, der den Lärm aus der Kneipe nicht nach draußen dringen lassen soll.

Konflikt auch vor Gericht

Für Ralf Friedrich läuft der Streit auf die Frage hinaus: „Soll Warendorf komplett aussterben?“ Schließlich sei die Kreisstadt auch bei Besuchern gerade auch wegen ihrer Gastronomieszene beliebt. Doch wo sollten diese Kneipen sich befinden? „Der Betrieb von solchen Musikkneipen ist für eine solche Straße nicht geeignet“, sagt Jörg Helms. Das Mr Ed’s sei jedoch keine Diskothek, sagt Friedrich.

Das Ordnungsamt hatte Friedrich zwischenzeitlich zur Auflage gemacht, unter der Woche ab 22 Uhr und am Wochenende ab 24 Uhr die Musik abzustellen. Ein Rechtsstreit um diese Frage ist vor zirka drei Wochen zugunsten Friedrichs ausgegangen. „Ohne das Nachtgeschäft kann ich zumachen“, sagt er. Doch läuft noch ein weiteres Verfahren, das die Nachbarn angestrengt haben.

Holger Niemeyer vom Ordnungsamt bestätigte am Dienstag gegenüber der „Glocke“ nur, dass Beschwerden von Nachbarn wegen Lärmbelästigung eingegangen seien. Da es sich um ein schwebendes Verfahren handle, wolle er sich aber nicht weiter dazu äußern.

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