Skepsis gegen pädagogisches Netzwerk
Bild: Kleigrewe
Über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe informierte im vollbesetzten Saal des „Westfälischen Hofs“ Moderatorin Ilona Heuchel die Interessenten aus Einen, Milte und Müssingen.
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„Es geht nicht um einen Kindergarten, sondern um alle Bildungseinrichtungen im Sozialraum Einen, Müssingen und Milte“, stellte Grundschulrektorin Andrea Hagemeyer während der Bürgerversammlung fest. Doch das sahen bei weitem nicht alle der mehr als 250 Bürger, die in den Saal des „Westfälischen Hofs“ in Einen gekommen waren, so.

Nachdem die Arbeitsgruppe, die in mehreren Treffen neue Konzeptionen für die pädagogische Arbeit in den drei Ortsteilen entwickelt hatte, drei mögliche Varianten vorgestellt hatte, entspann sich eine hitzige Diskussion. Und in der wurde deutlich, dass viele Milter kaum bereit sind, ihre Kinder in einen Kindergarten nach Einen zu bringen. Das allerdings wäre zumindest in den nächsten Jahren notwendig, wenn – wie in einer der Varianten vorgestellt – alle drei Ortsteile jeweils zwei Kindergartengruppen behalten sollten. Wenn es in Milte nicht ausreichend Plätze geben sollte, dann würden die Kinder eher nach Ostbevern oder Sassenberg gebracht, kündigten einige Teilnehmer an und zogen Parallelen zur Abwanderung der Freckenhorster Hauptschüler zur Verbundschule in Everswinkel.

„Wenn wir hier anfangen, die Ortsteile gegeneinander auszuspielen, dann gehen wir irgendwann alle den Bach herunter“, warnte Bernhard Ossege angesichts der teilweise sehr emotionalen Wortbeiträge.

 Bestens miteinander kooperiert hatten dagegen die Leiterinnen der drei Kindertageseinrichtungen und der Grundschule Milte. Sie hatten gemeinsam die Idee eines Bildungs- und Erziehungsnetzwerks entwickelt, in dem die drei Kindergärten und die Grundschule eng zusammenarbeiten sollen. Ziel sei eine individuelle Förderung und Betreuung der Kinder und Familien, erläuterte Andrea Hagemeyer. Damit einher gehe auch eine Qualitätsverbesserung der pädagogischen Arbeit, die eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Grundschule an den beiden Standorten Milte und Einen trotz sinkender Schülerzahlen sei.

Trotz dieses Plädoyers für die Gemeinsamkeit standen bei der abschließenden Meinungsabfrage dann doch wieder eher die Einzelinteressen im Vordergrund. Die Variante, die einen Ausbau der Kindergärten in Milte und Müssingen vorsieht, bekam mit 134 Stimmen eine deutliche Mehrheit – ebenso deutlich, wie die Mehrheit der Milter und Müssinger bei der Versammlung.

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