„Sonnige Grüße“ von Kindern an Senioren
Bild:  Büttner/dpa
Gemalte "sonnige Grüße"  sollen Kinder, die zurzeit wegen der geschlossenen Kinder-Tagesstätten und Schulen zuhause sind, malen, um Bewohner von Seniorenheimen in dieser schwierigen Zeit zu erfreuen. Diese Solidaritätsaktion, ausgehend von den Kindergärten der St. Laurentius-Gemeinde, ist am Mittwoch auf den Weg gebracht worden.
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Kinder sind zuhause statt in der Kita oder Schule, sie müssen von den Eltern beschäftigt werden, und gemeinsam sorgen sich Eltern und Kinder um die oft vom Rest der Familie isolierten Großeltern: Das ist die mittlerweile alltägliche Situation in vielen Haushalten auch in Warendorf. Wie schön wäre es da, die plötzlich vermehrte Zeit und die Kreativität zu nutzen, damit Kinder älteren Menschen in Seniorenheimen, die wegen der Corona-Krise keinen Besuch mehr erhalten dürfen, eine Freude zu machen?

Kinder daheim aufgerufen, kreativ zu sein

Diese Idee hat in Warendorf Ulrich Hagemann, Pastoralreferent in St. Laurentius, aufgegriffen und die Aktion „Sonnige Grüße“ angeschoben. In einer kurzfristig einberufenen Telefonschalte haben sich am Mittwochmorgen die Leitungen der sieben Kindergärten der Pfarrgemeinde zusammengefunden, um gemeinsam mit Hagemann die Aktion auf den Weg zu bringen. Die Erzieherinnen rufen ihre daheimgebliebenen Kindergartenkinder und deren Eltern auf, die Aktion zu unterstützen. Es können sich aber auch Kinder anderer Tageseinrichtungen sowie Schulkinder anschließen. Hagemann will sich daher auch an alle anderen Einrichtungen wenden.

Es können Bilder gemalt oder kleine Briefe oder Gedichte geschrieben werden, die dann in den Kindergärten (bis Donnerstag, 2. April) oder im Pfarrbüro (Klosterstraße, bis Freitag, 3. April) abzugeben sind. Die Initiatoren kümmern sich dann darum, dass die lieben Grußbotschaften in die drei Seniorenheime der Kernstadt gebracht und dort vom Personal an die älteren Menschen verteilt werden.

Keine traurige, sondern frohe Botschaft

Hagemann bittet die kleinen Künstler darum, keine traurigen, sondern fröhliche und mitmachende Bilder zu malen oder Zeilen zu schreiben. Einerseits soll es die jetzt isolierten Senioren erfreuen, dass ihnen in der Regel wildfremde Kinder in dieser schweren Zeit an sie denken, es sei aber auch für die Kinder ein wichtiger Lerneffekt, dass Solidarität, gerade in diesen schweren Zeiten der Corona-Pandemie, über Generationen hinweg und auch mit ihnen bisher unbekannten Menschen, wichtig ist.

Die Aktion hat Pastoralreferent Ulrich Hagemann bewusst „analog“ angelegt. Gerade für Senioren sei es wichtig, die Bilder auch in die Hand zu bekommen. Gleichwohl will Hagemann die abgegebenen Bilder auch digital abfotografieren und in einer Bildergalerie übers Internet auch anderen zugänglich machen.

Persönlich, aber nicht personenbezogen

Die Kinder werden gebeten, ihren Vornamen und ihr Alter unten rechts auf den Bildern zu vermerken, damit die Senioren wissen, wer ihnen das Bild geschenkt hat. „Wir hatten ursprünglich gedacht, dass die Bilder auch namentlich für bestimmte Senioren gemalt werden können, aber das wäre wiederum datenschutzrechtlich ein Problem“, erläutert der Initiator.

Aber die nun gewählte Form der nicht personalisierten Präsente hat auch einen weiteren Vorteil: Sie auch innerhalb des Seniorenheims weitergereicht werden. Geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude.

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