Spielend zur Europameisterschaft
Bild: Rath
Im Jugendtreff @ttic teilt Stefan Molz seine Leidenschaft mit (v. l.) Ronja und Ramona Szameitat sowie Larissa Herold.
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Bereits zum 15. Mal startet in diesem Jahr die EM. „Nach und nach sind immer mehr Länder dazugekommen, und in diesem Jahr nehmen sogar Kanada und die USA teil“, erklärt Molz. Die amerikanischen Länder nehmen an der EM teil, da eine WM nicht ausgespielt wird. Insgesamt zählt die Meisterschaft 35 Teams von jeweils vier Spielern. Von den deutschen Meisterschaften nehmen die Erst- bis Drittplatzierten an den Europameisterschaften teil.

Zum Team des Münsteraners gehören außerdem Ilja Mett, Robert Oestreich und Michael Entrup – alle ebenfalls aus Münster. Vier Spiele sind den jeweiligen Teams zugesandt worden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, die Spiele in eineinhalb Monaten zu trainieren. Dieses Jahr werden das Familienspiel „Deus“, „Five Tribe“, bei dem es vorwiegend auf eine gute Taktik ankommt, sowie die Strategiespiele „Zhanguo“ und „Orléans“ gespielt. „Dabei dauert keins der Brettspiele weniger als eineinhalb Stunden“, sagt Molz. Spiellängen von zwei bis drei Stunden seien nicht ungewöhnlich.

Obwohl Deutschland das größte Brettspielland ist und das Land, das am häufigsten bei der EM gewonnen hat, sehen sie der Meisterschaft keineswegs gelassen entgegen. „Ich denke, dass die USA ein harter Gegner für uns werden. Das Land hat eine ganz andere Spielkultur“, erklärt Molz. „Bei uns in Europa geht es bei Brettspielen vor allem um die Mechanik und ein gutes Denken. Amerika entwirft Spiele, die schön für das Auge sind. Dort sehen Spiele aus wie ein guter Film.“

Nicht nur der Gegner, sondern auch die Spielanleitungen haben es in sich. Spielen aus England liegen beispielsweise nur englische Anleitungen bei. Das Spiel „Deus“ kommt aus Frankreich und beinhaltet eine Spielanleitung auf Französisch. „Das Englische kann man sich meist selbst übersetzen. Für Deus kam mir das Französisch im Abitur meiner Freundin zugute“, sagt er und lacht. Einige der Anleitungen enthalten bis zu 20 Seiten und mehr. „Alle Regeln der 200 Spiele, die ich privat besitze, kann ich natürlich nicht auswendig. Aber die Anleitungen der vier Spiele habe ich für die Meisterschaft erst einmal drauf.“ Für Samstag hat er sich ein Ziel gesetzt: „Ich möchte unter die ersten fünf kommen.“

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