Sportschule feiert ihren 60. Geburtstag 
Bild: Gabi Wild
Über die Benennung der Warendorfer Kaserne nach Georg Leber freuen sich: (v.l.) Sportschul-Kommandeur Oberst Michael Maul, Eva Leber, die Enkel von Georg Leber, Björn und Dirk Leber, deren Mutter Katrin Leber, Schwiegertochter des prominenten SPD-Politikers, sowie Generalmajor Werner Weisenburger, Chef des Streitkräfteamts...
Bild: Gabi Wild

Neben der Festrede von Generalmajor Werner Weisenburger stand die offizielle Benennung des Bundeswehr-Standorts Warendorf als „Georg Leber Kaserne“ im Mittelpunkt des Festakts. Laut Weisenburger ist die Namensgebung, wie es inzwischen in der Bundeswehr üblich sei, durch Meinungsbildung „von unten“ erfolgt. Die Belegschaft in Warendorf habe sich für diesen Namen ausgesprochen.

Gewürdigt wird damit ein ehemaliger Verteidigungsminister, der dieses Amt mal als seinen „Lieblingsjob“ bezeichnet haben soll. Laut Weisenburger genoss Leber besonders aufgrund seines menschlichen Umgangs mit den Angehörigen der Bundeswehr hohes Ansehen, was ihm den Namen „Soldatenvater“ eingebracht habe. Der Sozialdemokrat habe, anders als mancher seiner Parteifreunde, zu Nato und nuklearer Abschreckungsstrategie sowie zur auskömmlichen Finanzierung der Armee gestanden. Zudem habe er die unter seinem Amtsvorgänger Helmut Schmidt begonnene Reform des Bildungswesens in den Streitkräften fortgeführt. Auch der Bau der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf zähle zu seinen Verdiensten.

Grußworte sprachen Bürgermeister Axel Linke, die Bundestagsabgeordneten Dieter Stier (Sportausschuss) und Wolfgang Hellmich (Verteidigungsausschuss) sowie ein Enkel von Georg Leber, Björn Leber (Frankfurt). Musikalisch gestaltete das Klarinettenquartett des Luftwaffenmusikkorps Münster die Feier. Die Sportsoldaten  Jannis Drewell und Miro Rengel lockerten den Festakt mit einer akrobatischen Volitgiervorführung auf.

Das anschließende Open-Air-Konzert auf dem Lohwall wurde von vielen hundert Besuchern begeistert verfolgt.

Festrede von General Weisenburger

Für Generalmajor Werner Weisenburger, Chef des Streitkräfteamts, ist die in die Stadt integrierte Sportschule „Sinnbild für den Dialog“. Sie befinde sich „sprichwörtlich in der Mitte der Gesellschaft“.

Der Festredner erinnerte an die Entstehungsgeschichte der Sportschule, deren erster Lehrgang am 5. Februar 1957 am damaligen Standort Sonthofen begann. Die Anfänge seien nicht einfach gewesen, da weite Teile der Bevölkerung der jungen Armee nach dem Weltkrieg noch skeptisch gegenübergestanden und sogar die zivilen Sportverbände eine Zusammenarbeit mit den Militärs abgelehnt hätten.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele 1972 in München seien zum 1. April 1970 die ersten Spitzensportler zur Sportlehrkompanie nach Warendorf gekommen. Zwei Jahre nach den Spielen, am 15. November 1974, sei durch Verteidigungsminister Georg Leber der Grundstein für den Neubau der Sportschule gemauert worden.

Der Grundauftrag der Sportschule – Ausbildung von Sportlehrern, Förderung von Spitzensportlern – habe sich nicht geändert, aber das Spektrum sei breiter geworden, insbesondere durch die Vorbereitung auf die physisch-psychischen Belastungen bei Einsätzen und die Therapie verletzter und traumatisierter Soldaten nach Auslandsmissionen.

Zudem richte die Sportschule zahlreiche Großveranstaltungen aus, ob internationale Militärsportwettkämpfe, die BW-Olympix zur Nachwuchsgewinnung oder ganz aktuell die Weltmeisterschaft im Fallschirmsprung in der kommenden Woche, aus logistischen Gründen allerdings in Bad Sassendorf. Weisenburger unterstrich auch die Synergieeffekte durch die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Sportmedizin in der Bundeswehr und den großen Sportverbänden wie dem Deutschen Olympischen Sportbund.

Die erstklassigen Sportanlagen stünden im Fall freier Kapazitäten auch den zivilen Sportlern zur Verfügung – ein Beispiel für „die Vielfalt der Beziehungen im öffentlichen Leben“ zwischen Bundeswehr und Bevölkerung. Weisenburger: „Durch den Sport ist die Sportschule der Bundeswehr seit langer Zeit eine Stätte der Begegnung, des Austausches und des Dialogs – nicht nur in Deutschland, sondern aufgrund weltweiter Vernetzung auch für unsere ausländischen Partner. Sie hat ihren festen Platz in unserer Gesellschaft.“

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