Stabhochsprung auf Warendorfs Markt

Die Antwort auf die Frage, was die Sportschule dort plant, verheißt ein noch nie dagewesenes Spektakel: Stabhochsprung in der guten Stube. Das Conseil International du Sport Militaire – kurz CISM – ist Veranstalter der nächsten Militäreuropameisterschaft in Sachen Leichtathletik in Warendorf. Alle Disziplinen werden innerhalb der Kaserne ausgetragen, bis auf eine Ausnahme: Am Stabhochsprung möchte man die breite Masse teilhaben lassen – und das mitten auf dem historischen Marktplatz.

Mit Stäben aus glasfaserverstärktem Kunststoff erreichen die besten Springer etwa sechs Meter bei den Männern und 4,80 Meter bei den Frauen. „Die Anlaufbahn ist mindestens 45 Meter lang und 1,22 Meter breit“, heißt es im Reglement – für das Organisationsteam eine Herausforderung. Start soll in Höhe des Rathauses sein, die Sprungmatte wird vor der Löwen-Apotheke liegen. Während der Vermessung hat sich herausgestellt, dass das Niveau bis dorthin um etwa 70 Zentimeter ansteigt. Die Differenz muss ausgeglichen werden. Als Grundlage plant Fregattenkapitän Joachim Kölling 210 Euro-Paletten ein.

Damit aber noch nicht genug. Die Wettkämpfe werden erst am Abend beginnen und schätzungsweise drei Stunden dauern. Um allen Athleten optimale Bedingungen bieten zu können, muss der Marktplatz ausgeleuchtet werden. An dieser Stelle kommt das THW ins Spiel. Da aber Rasen das Licht anders reflektiert als Kopfsteinpflaster, wird es in nächster Zeit einen Probeaufbau auf einer Betonfläche innerhalb der Sportschule geben, um besser abschätzen zu können, an welcher Stelle während des Wettkampfs am Donnerstag, 12. September, leuchtende Ballone installiert werden müssen. Es muss ausgeschlossen sein, dass die Sportler geblendet werden.

Das Teilnehmerfeld – davon ist auszugehen – wird auf internationale Spitzensportler nicht verzichten müssen. Die Streitkräfte messen sich im Sprint, Hürdenlauf, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Diskus-, Speer- und Hammerwerfen, Zehnkampf und anderen Disziplinen. Mehr noch: Erstmals in der Geschichte des CISM werden in der Emsstadt Wettbewerbe für behinderte Soldaten aus aller Welt ausgetragen – eine Art „Military Paralympics“.

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